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    <title>Nur eine Frage</title>
    <description>„Können Maschinen denken?“, „Ist Demokratie die beste Staatsform?“, „Ist Armut erblich?“. Oder: „Existiere ich wirklich?“ Das sind einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, und auf die eine klare Antwort oft schwer zu finden ist. In dem Podcast „Nur eine Frage“ stellen wir diese vermeintlich simplen „Kinderfragen“ – der bestmöglichen Expertin, dem bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden konnten. Wir haken so lange nach, bis wir eine definitive Antwort bekommen, am besten in Form eines klaren „Ja“ oder „Nein“.</description>
    <copyright>DIE ZEIT</copyright>
    <language>de-de</language>
    <pubDate>Wed, 25 Mar 2026 04:55:00 +0000</pubDate>
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      <title>Will our children still need a driver&apos;s license, Dmitri Dolgov?</title>
      <description><![CDATA[Im Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner
einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu
finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen
Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht,
eine klare Antwort zu bekommen.

"Die ausgereifteste Verkörperung von künstlicher Intelligenz in der
physischen Welt" nennt Dmitri Dolgov die selbstfahrenden Autos, die
seine Firma betreibt. Der russisch-amerikanische Mathematiker und
Physiker gehörte 2009 zu den Gründern von Googles geheimem Programm für
selbstfahrende Autos. Heute ist Dolgov Co-Chef von Waymo, einem
Schwesterunternehmen von Google. 

In dieser Folge des ZEIT-Podcasts "Nur eine Frage" sprechen
ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner und Silicon-Valley-Korrespondent
Nicolas Killian mit Dolgov über die Frage, ob wir in Zukunft noch selbst
Auto fahren müssen. 

In San Francisco und in neun weiteren amerikanischen Städten gehören die
selbstfahrenden Waymo-Autos mit ihren auffälligen Sensoren längst zum
Stadtbild. Man bestellt sie per App, und sie bringen einen nahezu
überallhin. Fast zwei Millionen Fahrten absolvieren die Roboterautos
jeden Monat. Waymo hat damit weitgehend den lang gehegten Traum vom
selbstfahrenden Auto verwirklicht. Im Podcast erklärt Dolgov, wie
autonome Fahrzeuge in den vergangenen 15 Jahren von ersten Prototypen zu
alltagstauglichen Transportmitteln geworden sind.

Das Unternehmen expandiert in immer mehr Städte. Auch in Deutschland
bereitet Waymo den Markteintritt vor und hat bereits eine Lobbyistin
eingestellt. "Wir werden definitiv nach Berlin kommen", sagt Dolgov.
Einen genauen Zeitplan will er nicht nennen, aber zur Ausgangsfrage, ob
man in 15 Jahren in Berlin noch einen Führerschein braucht, sagt er:
"Selbstfahrende Fahrzeuge werden überall sein."

Produktion: ifbbw, Pool Artists

Redaktion: Lisa Hegemann, Jakob von Lindern
Alle Folgen des Podcasts finden Sie hier. Abonnieren Sie auch unseren
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      <pubDate>Wed, 25 Mar 2026 04:55:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (DIE ZEIT)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/vo-250326-D0vfu7aP</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p><i>Im Podcast </i><a href="https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage" rel="noopener noreferrer"><i>"Nur eine Frage"</i></a><i> stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht, eine klare Antwort zu bekommen.</i></p>
<p>"Die ausgereifteste Verkörperung von künstlicher Intelligenz in der physischen Welt" nennt Dmitri Dolgov die selbstfahrenden Autos, die seine Firma betreibt. Der russisch-amerikanische Mathematiker und Physiker gehörte 2009 zu den Gründern von Googles geheimem Programm für selbstfahrende Autos. Heute ist Dolgov Co-Chef von Waymo, einem Schwesterunternehmen von Google. </p>
<p>In dieser Folge des ZEIT-Podcasts "Nur eine Frage"<i> </i>sprechen ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner und Silicon-Valley-Korrespondent Nicolas Killian mit Dolgov über die Frage, ob wir in Zukunft noch selbst Auto fahren müssen. </p>
<p>In San Francisco und in neun weiteren amerikanischen Städten gehören die selbstfahrenden Waymo-Autos mit ihren auffälligen Sensoren längst zum Stadtbild. Man bestellt sie per App, und sie bringen einen nahezu überallhin. Fast zwei Millionen Fahrten absolvieren die Roboterautos jeden Monat. Waymo hat damit weitgehend den lang gehegten Traum vom selbstfahrenden Auto verwirklicht. Im Podcast erklärt Dolgov, wie autonome Fahrzeuge in den vergangenen 15 Jahren von ersten Prototypen zu alltagstauglichen Transportmitteln geworden sind.</p>
<p>Das Unternehmen expandiert in immer mehr Städte. Auch in Deutschland bereitet Waymo den Markteintritt vor und hat bereits eine Lobbyistin eingestellt. "Wir werden definitiv nach Berlin kommen", sagt Dolgov. Einen genauen Zeitplan will er nicht nennen, aber zur Ausgangsfrage, ob man in 15 Jahren in Berlin noch einen Führerschein braucht, sagt er: "Selbstfahrende Fahrzeuge werden überall sein."</p>
<p>Produktion: ifbbw, Pool Artists</p>
<p>Redaktion: Lisa Hegemann, Jakob von Lindern<br><br>
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      <itunes:summary>In San Francisco kann man die Zukunft sehen: Hier rollen schon heute selbstfahrende Autos durch die Straßen. Waymo-Chef Dmitri Dolgov erklärt, wie es zu dieser Revolution kam.</itunes:summary>
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      <title>Ist das Leben ein Zufall, Jack Szostak? (deutsche KI-Übersetzung)</title>
      <description><![CDATA[Im Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner
einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu
finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen
Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht,
eine klare Antwort zu bekommen.

Blausäure, sagt Jack Szostak, sei "ein großartiger Weg, um Leben in Gang
zu bringen". Der Satz klingt wie ein Paradox, stammt aber von einem der
klügsten Köpfe der Biochemie: Jack Szostak erhielt 2009 den Nobelpreis
für Medizin für die Erforschung der Telomere, der Schutzkappen der
Chromosomen. Seit vielen Jahren untersucht er, wie vor vier Milliarden
Jahren auf der noch jungen, unbelebten Erde das Leben entstand.  

Eine schwierige Aufgabe, denn von den Anfängen des Lebens auf der Erde
gibt es keine erhaltenen Fossilien. Und zudem ist es schon schwierig, zu
definieren, was Leben eigentlich ist. Für Szostak beginnt es dort, wo
Darwinsche Evolution einsetzt: sobald ein System sich selbst
vervielfältigt, dabei Fehler macht und eine Selektion beginnt. Weiteres
Kriterium: Alles irdische Leben auf Erden basiert auf Zellen. Der
gemeinsame Vorfahre allen heutigen Lebens – unter Forschern auch Luca
genannt ("Last universal common ancestor") – muss eine einfache
Protozelle gewesen sein, bestehend aus einer primitiven Zellmembran und
wahrscheinlich sehr kleinen Stückchen genetischer Information. Jack
Szostak glaubt, dass dieser Informationsträger wahrscheinlich aus RNA
bestand. Der Grund: RNA-Moleküle können sich selbst kopieren. Umhüllt
von einer primitiven Membran, die sich schon aus einfachen Fettsäuren in
Wasser selbst bildet, entsteht ein System, das sich selbst erhält. Das
ist der Moment, in dem Chemie zu Biologie wird. 

Im Gespräch erzählt Szostak, dass die Entstehung des Lebens
unvermeidlich und unwahrscheinlich zugleich war: eine Kette
physikalisch-chemischer Prozesse, die sich logisch erklären lässt und
doch im Rückblick wie ein kosmischer Zufall wirkt. Ob es auch anderswo
im Universum Leben gibt? "Vielleicht ist das Leben häufig. Vielleicht
sind wir allein", sagt Szostak. "Ich weiß es nicht – und ich bin sehr
zufrieden damit, das zuzugeben." Und wenn wir außerirdisches Leben
fänden? "Das würde das Bild völlig verändern. Das würde uns sagen: Es
ist kein unglaublich seltener und schwieriger Prozess."

Doch der Forscher warnt auch: Das Wissen um den Ursprung des Lebens
eröffnet gefährliche Möglichkeiten. Würde man ein "Spiegelbild-Bakterium
erschaffen – eine exakte, aber molekular invertierte Kopie –, wäre es
immun gegen alle bekannten Viren und möglicherweise auch gegen das
menschliche Immunsystem. "Das wäre potenziell schlimmer als ein
Atomkrieg", sagt Szostak. Und dennoch überwiegt in seinem Denken die
Neugier, nicht die Angst. Vielleicht, so hofft er, wird künstliche
Intelligenz eines Tages helfen, die letzten fehlenden Glieder der Kette
zu finden – oder sogar neues Leben zu simulieren.

Produktion: ifbbw, Pool Artists
Redaktion: Jens Lubbadeh

Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an n1f@zeit.de. Alle
N1F-Folgen finden Sie unter www.zeit.de/n1f. Dort können Sie auch den
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]]></description>
      <pubDate>Wed, 11 Mar 2026 05:00:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (DIE ZEIT)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/vo-110326-4om0u_Rh-PUCOLeyX</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p><i>Im Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht, eine klare Antwort zu bekommen.</i></p>
<p>Blausäure, sagt Jack Szostak, sei "ein großartiger Weg, um Leben in Gang zu bringen". Der Satz klingt wie ein Paradox, stammt aber von einem der klügsten Köpfe der Biochemie: Jack Szostak erhielt 2009 den Nobelpreis für Medizin für die Erforschung der Telomere, der Schutzkappen der Chromosomen. Seit vielen Jahren untersucht er, wie vor vier Milliarden Jahren auf der noch jungen, unbelebten Erde das Leben entstand.  </p>
<p>Eine schwierige Aufgabe, denn von den Anfängen des Lebens auf der Erde gibt es keine erhaltenen Fossilien. Und zudem ist es schon schwierig, zu definieren, was Leben eigentlich ist. Für Szostak beginnt es dort, wo Darwinsche Evolution einsetzt: sobald ein System sich selbst vervielfältigt, dabei Fehler macht und eine Selektion beginnt. Weiteres Kriterium: Alles irdische Leben auf Erden basiert auf Zellen. Der gemeinsame Vorfahre allen heutigen Lebens – unter Forschern auch Luca genannt ("Last universal common ancestor") – muss eine einfache Protozelle gewesen sein, bestehend aus einer primitiven Zellmembran und wahrscheinlich sehr kleinen Stückchen genetischer Information. Jack Szostak glaubt, dass dieser Informationsträger wahrscheinlich aus RNA bestand. Der Grund: RNA-Moleküle können sich selbst kopieren. Umhüllt von einer primitiven Membran, die sich schon aus einfachen Fettsäuren in Wasser selbst bildet, entsteht ein System, das sich selbst erhält. Das ist der Moment, in dem Chemie zu Biologie wird. </p>
<p>Im Gespräch erzählt Szostak, dass die Entstehung des Lebens unvermeidlich und unwahrscheinlich zugleich war: eine Kette physikalisch-chemischer Prozesse, die sich logisch erklären lässt und doch im Rückblick wie ein kosmischer Zufall wirkt. Ob es auch anderswo im Universum Leben gibt? "Vielleicht ist das Leben häufig. Vielleicht sind wir allein", sagt Szostak. "Ich weiß es nicht – und ich bin sehr zufrieden damit, das zuzugeben." Und wenn wir außerirdisches Leben fänden? "Das würde das Bild völlig verändern. Das würde uns sagen: Es ist kein unglaublich seltener und schwieriger Prozess."</p>
<p>Doch der Forscher warnt auch: Das Wissen um den Ursprung des Lebens eröffnet gefährliche Möglichkeiten. Würde man ein "Spiegelbild-Bakterium erschaffen – eine exakte, aber molekular invertierte Kopie –, wäre es immun gegen alle bekannten Viren und möglicherweise auch gegen das menschliche Immunsystem. "Das wäre potenziell schlimmer als ein Atomkrieg", sagt Szostak. Und dennoch überwiegt in seinem Denken die Neugier, nicht die Angst. Vielleicht, so hofft er, wird künstliche Intelligenz eines Tages helfen, die letzten fehlenden Glieder der Kette zu finden – oder sogar neues Leben zu simulieren.</p>
<p><i>Produktion: ifbbw, Pool Artists</i><br><i>Redaktion: Jens Lubbadeh</i></p>
<p><i>Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an </i><a href="mailto:n1f@zeit.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><i>n1f@zeit.de</i></a><i>. Alle N1F-Folgen finden Sie unter </i><a href="https://www.zeit.de/n1f" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.zeit.de/n1f</a><i>. Dort können Sie auch den N1F-Newsletter abonnieren.</i></p>
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      <itunes:summary>Wie entsteht Leben? Und war seine Geburt auf der Erde Zufall oder unvermeidlich? Der Nobelpreisträger Jack Szostak sucht nach Antworten. </itunes:summary>
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      <title>Is life just a coincidence, Jack Szostak?</title>
      <description><![CDATA[Im Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner
einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu
finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen
Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht,
eine klare Antwort zu bekommen.

Blausäure, sagt Jack Szostak, sei "ein großartiger Weg, um Leben in Gang
zu bringen". Der Satz klingt wie ein Paradox, stammt aber von einem der
klügsten Köpfe der Biochemie: Jack Szostak erhielt 2009 den Nobelpreis
für Medizin für die Erforschung der Telomere, der Schutzkappen der
Chromosomen. Seit vielen Jahren untersucht er, wie vor vier Milliarden
Jahren auf der noch jungen, unbelebten Erde das Leben entstand.  

Eine schwierige Aufgabe, denn von den Anfängen des Lebens auf der Erde
gibt es keine erhaltenen Fossilien. Und zudem ist es schon schwierig, zu
definieren, was Leben eigentlich ist. Für Szostak beginnt es dort, wo
Darwinsche Evolution einsetzt: sobald ein System sich selbst
vervielfältigt, dabei Fehler macht und eine Selektion beginnt. Weiteres
Kriterium: Alles irdische Leben auf Erden basiert auf Zellen. Der
gemeinsame Vorfahre allen heutigen Lebens – unter Forschern auch Luca
genannt ("last universal common ancestor") – muss eine einfache
Protozelle gewesen sein, bestehend aus einer primitiven Zellmembran und
wahrscheinlich sehr kleinen Stückchen genetischer Information. Jack
Szostak glaubt, dass dieser Informationsträger wahrscheinlich aus RNA
bestand. Der Grund: RNA-Moleküle können sich selbst kopieren. Umhüllt
von einer primitiven Membran, die sich schon aus einfachen Fettsäuren in
Wasser selbst bildet, entsteht ein System, das sich selbst erhält. Das
ist der Moment, in dem Chemie zu Biologie wird. 

Im Gespräch erzählt Szostak, dass die Entstehung des Lebens
unvermeidlich und unwahrscheinlich zugleich war: eine Kette
physikalisch-chemischer Prozesse, die sich logisch erklären lässt und
doch im Rückblick wie ein kosmischer Zufall wirkt. Ob es auch anderswo
im Universum Leben gibt? "Vielleicht ist das Leben häufig. Vielleicht
sind wir allein", sagt Szostak. "Ich weiß es nicht – und ich bin sehr
zufrieden damit, das zuzugeben." Und wenn wir außerirdisches Leben
fänden? "Das würde das Bild völlig verändern. Das würde uns sagen: Es
ist kein unglaublich seltener und schwieriger Prozess."

Doch der Forscher warnt auch: Das Wissen um den Ursprung des Lebens
eröffnet gefährliche Möglichkeiten. Würde man ein "Spiegelbild-Bakterium
erschaffen – eine exakte, aber molekular invertierte Kopie –, wäre es
immun gegen alle bekannten Viren und möglicherweise auch gegen das
menschliche Immunsystem. "Das wäre potenziell schlimmer als ein
Atomkrieg", sagt Szostak. Und dennoch überwiegt in seinem Denken die
Neugier, nicht die Angst. Vielleicht, so hofft er, wird künstliche
Intelligenz eines Tages helfen, die letzten fehlenden Glieder der Kette
zu finden – oder sogar neues Leben zu simulieren.

Produktion: Pool Artists
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]]></description>
      <pubDate>Wed, 11 Mar 2026 04:55:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (DIE ZEIT)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/vo-110326-REgi2PIx</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p><i>Im Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht, eine klare Antwort zu bekommen.</i></p>
<p>Blausäure, sagt Jack Szostak, sei "ein großartiger Weg, um Leben in Gang zu bringen". Der Satz klingt wie ein Paradox, stammt aber von einem der klügsten Köpfe der Biochemie: Jack Szostak erhielt 2009 den Nobelpreis für Medizin für die Erforschung der Telomere, der Schutzkappen der Chromosomen. Seit vielen Jahren untersucht er, wie vor vier Milliarden Jahren auf der noch jungen, unbelebten Erde das Leben entstand.  </p>
<p>Eine schwierige Aufgabe, denn von den Anfängen des Lebens auf der Erde gibt es keine erhaltenen Fossilien. Und zudem ist es schon schwierig, zu definieren, was Leben eigentlich ist. Für Szostak beginnt es dort, wo <strong>Darwinsche Evolution</strong> einsetzt: sobald ein System sich selbst vervielfältigt, dabei Fehler macht und eine Selektion beginnt. Weiteres Kriterium: Alles irdische Leben auf Erden basiert auf Zellen. Der gemeinsame Vorfahre allen heutigen Lebens – unter Forschern auch Luca genannt ("last universal common ancestor") – muss eine einfache Protozelle gewesen sein, bestehend aus einer primitiven Zellmembran und wahrscheinlich sehr kleinen Stückchen genetischer Information. Jack Szostak glaubt, dass dieser Informationsträger wahrscheinlich aus RNA bestand. Der Grund: RNA-Moleküle können sich selbst kopieren. Umhüllt von einer primitiven Membran, die sich schon aus einfachen Fettsäuren in Wasser selbst bildet, entsteht ein System, das sich selbst erhält. Das ist der Moment, in dem Chemie zu Biologie wird. </p>
<p>Im Gespräch erzählt Szostak, dass die Entstehung des Lebens <strong>unvermeidlich und unwahrscheinlich</strong> zugleich war: eine Kette physikalisch-chemischer Prozesse, die sich logisch erklären lässt und doch im Rückblick wie ein kosmischer Zufall wirkt. Ob es auch anderswo im Universum Leben gibt? "Vielleicht ist das Leben häufig. Vielleicht sind wir allein", sagt Szostak. "Ich weiß es nicht – und ich bin sehr zufrieden damit, das zuzugeben." Und wenn wir außerirdisches Leben fänden? "Das würde das Bild völlig verändern. Das würde uns sagen: Es ist kein unglaublich seltener und schwieriger Prozess."</p>
<p>Doch der Forscher warnt auch: Das Wissen um den Ursprung des Lebens eröffnet gefährliche Möglichkeiten. Würde man ein "Spiegelbild-Bakterium erschaffen – eine exakte, aber molekular invertierte Kopie –, wäre es immun gegen alle bekannten Viren und möglicherweise auch gegen das menschliche Immunsystem. "Das wäre potenziell schlimmer als ein Atomkrieg", sagt Szostak. Und dennoch überwiegt in seinem Denken die Neugier, nicht die Angst. Vielleicht, so hofft er, wird künstliche Intelligenz eines Tages helfen, die letzten fehlenden Glieder der Kette zu finden – oder sogar neues Leben zu simulieren.</p>
<p><i>Produktion: Pool Artists</i><br><i>Redaktion: Jens Lubbadeh</i></p>
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      <itunes:title>Is life just a coincidence, Jack Szostak?</itunes:title>
      <itunes:author>DIE ZEIT</itunes:author>
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      <itunes:summary>Wie entsteht Leben? Und war seine Geburt auf der Erde Zufall oder unvermeidlich? Der Nobelpreisträger Jack Szostak sucht nach Antworten.</itunes:summary>
      <itunes:subtitle>Wie entsteht Leben? Und war seine Geburt auf der Erde Zufall oder unvermeidlich? Der Nobelpreisträger Jack Szostak sucht nach Antworten.</itunes:subtitle>
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      <title>Ist die Welt verrückt, Peter Zoller?</title>
      <description><![CDATA[Im ZEIT-Podcast "Nur eine Frage" stellen wir einfache, aber grundlegende
Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort oft
schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den
bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können –
so lange, bis wir eine definitive Antwort bekommen.

In dieser Folge fragen wir den theoretischen Physiker Peter Zoller: Ist
die Welt verrückt? Teilchen, die mal Welle, mal Teilchen sind – je
nachdem, ob man hinschaut. Verschränkte Objekte, die über Galaxien
hinweg instantan verbunden scheinen. Zufall, der nicht auf Unwissen
beruht, sondern fundamental in der Natur steckt. 100 Jahre nach ihrer
Begründung erscheint die Quantenmechanik noch immer absurd. Werden wir
sie jemals verstehen?

Peter Zoller ist Professor für Theoretische Physik an der Universität
Innsbruck und Emeritus Research Director am Institut für Quantenoptik
und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
1995 lieferte er gemeinsam mit Ignacio Cirac einen Bauplan für einen
Quantencomputer – das Ionenfallenmodell –, das heute zu den führenden
Technologien auf diesem Gebiet gehört.

Im Podcast erklärt Zoller die Grundpfeiler der Quantenmechanik: warum
das berühmte Doppelspaltexperiment unser Weltbild erschüttert, was
Einsteins "spukhafte Fernwirkung" wirklich bedeutet und weshalb die
Experimente von Alain Aspect, John Clauser und Anton Zeilinger –
ausgezeichnet mit dem Nobelpreis 2022 – Einstein am Ende widerlegten. Er
erläutert, warum Schrödingers Katze im Alltag nie gleichzeitig tot und
lebendig sein kann und warum der Zufall in der Natur nicht auf
Unwissenheit beruht, sondern echt und fundamental ist.

Zoller gibt aber auch Einblicke in die Praxis: Wie fängt man einzelne
Atome in einer Falle? Warum sind Atome perfekte Qubits – ganz ohne
Fabrikationsfehler? Und warum braucht es noch 10 bis 20 Jahre, bis
Quantencomputer weltverändernde Anwendungen ermöglichen? Dabei zieht er
Parallelen zur künstlichen Intelligenz, deren Grundideen ebenfalls
Jahrzehnte brauchten, bevor die Hardware ihren Durchbruch erlaubte.

"Unter der Woche sind wir Quanteningenieure", sagt Zoller. "Aber am
Sonntagmorgen beim Kaffee denke ich schon nach: Was ist hier eigentlich
passiert?"

Seine Antwort auf die Titelfrage: "Nicht die Welt ist verrückt – wir
denken zu kleinkariert. Die Natur ist viel komplexer und offener, als
unser Denken es zulässt. Die Einschränkung liegt bei uns, nicht bei der
Welt."

Produktion: ifbbw, Pool Artists

Redaktion: Jens Lubbadeh 

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Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an n1f@zeit.de.

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      <pubDate>Wed, 25 Feb 2026 05:40:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (DIE ZEIT)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/vo-250226-FH7snSG3</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p><i>Im ZEIT-Podcast "Nur eine Frage" stellen wir einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort oft schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – so lange, bis wir eine definitive Antwort bekommen.</i></p>
<p>In dieser Folge fragen wir den theoretischen Physiker Peter Zoller: Ist die Welt verrückt? Teilchen, die mal Welle, mal Teilchen sind – je nachdem, ob man hinschaut. Verschränkte Objekte, die über Galaxien hinweg instantan verbunden scheinen. Zufall, der nicht auf Unwissen beruht, sondern fundamental in der Natur steckt. 100 Jahre nach ihrer Begründung erscheint die Quantenmechanik noch immer absurd. Werden wir sie jemals verstehen?</p>
<p>Peter Zoller ist Professor für Theoretische Physik an der Universität Innsbruck und Emeritus Research Director am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 1995 lieferte er gemeinsam mit Ignacio Cirac einen Bauplan für einen Quantencomputer – das Ionenfallenmodell –, das heute zu den führenden Technologien auf diesem Gebiet gehört.</p>
<p>Im Podcast erklärt Zoller die Grundpfeiler der Quantenmechanik: warum das berühmte Doppelspaltexperiment unser Weltbild erschüttert, was Einsteins "spukhafte Fernwirkung" wirklich bedeutet und weshalb die Experimente von Alain Aspect, John Clauser und Anton Zeilinger – ausgezeichnet mit dem Nobelpreis 2022 – Einstein am Ende widerlegten. Er erläutert, warum Schrödingers Katze im Alltag nie gleichzeitig tot und lebendig sein kann und warum der Zufall in der Natur nicht auf Unwissenheit beruht, sondern echt und fundamental ist.</p>
<p>Zoller gibt aber auch Einblicke in die Praxis: Wie fängt man einzelne Atome in einer Falle? Warum sind Atome perfekte Qubits – ganz ohne Fabrikationsfehler? Und warum braucht es noch 10 bis 20 Jahre, bis Quantencomputer weltverändernde Anwendungen ermöglichen? Dabei zieht er Parallelen zur künstlichen Intelligenz, deren Grundideen ebenfalls Jahrzehnte brauchten, bevor die Hardware ihren Durchbruch erlaubte.</p>
<p>"Unter der Woche sind wir Quanteningenieure", sagt Zoller. "Aber am Sonntagmorgen beim Kaffee denke ich schon nach: Was ist hier eigentlich passiert?"</p>
<p>Seine Antwort auf die Titelfrage: "Nicht die Welt ist verrückt – wir denken zu kleinkariert. Die Natur ist viel komplexer und offener, als unser Denken es zulässt. Die Einschränkung liegt bei uns, nicht bei der Welt."</p>
<p><i>Produktion: ifbbw, Pool Artists</i></p>
<p><i>Redaktion: Jens Lubbadeh </i></p>
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      <itunes:author>DIE ZEIT</itunes:author>
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      <itunes:summary>Er ist einer der Pioniere des Quantencomputers. Im ZEIT-Podcast &quot;Nur eine Frage&quot; erklärt Peter Zoller, warum die Natur viel größer ist, als wir denken – und warum das nicht verrückt, sondern wunderbar ist.</itunes:summary>
      <itunes:subtitle>Er ist einer der Pioniere des Quantencomputers. Im ZEIT-Podcast &quot;Nur eine Frage&quot; erklärt Peter Zoller, warum die Natur viel größer ist, als wir denken – und warum das nicht verrückt, sondern wunderbar ist.</itunes:subtitle>
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      <title>KI-Übersetzung: Verlieren junge Menschen das Vertrauen in traditionelle Medien, Richard Edelman?</title>
      <description><![CDATA[Im ZEIT-Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner
einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die
eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die
bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das
jeweilige Thema finden können.

Morgens die Zeitung aufschlagen, abends die "Tagesschau" im Fernsehen
gucken, und am Wochenende den "Spiegel" oder DIE ZEIT lesen? Über
Generationen waren das die Hauptquellen der Deutschen, um sich zu
informieren. Vorbei. Es hat eine dramatische Verschiebung stattgefunden:
Jüngere Menschen der Gen Z nutzen kaum noch traditionelle Medien und
erhalten ihre Informationen vorwiegend oder fast ausschließlich über
soziale Medien wie TikTok oder Instagram. 

Warum ist das so? Verlieren junge Menschen das Vertrauen in
traditionelle Medien? Diese Frage stellen wir in der neuen Ausgabe von
"Nur eine Frage" dem PR-Experten Richard Edelman. 

Edelman ist CEO der Kommunikationsberatung Edelman PR. Seit 25 Jahren
veröffentlicht er jedes Jahr das "Trust Barometer" – eine jährliche
weltweite Umfrage, in der er das Vertrauen der Menschen in zentrale
Institutionen wie Regierung, Unternehmen, Medien und NGOs untersucht.

Im "N1F"-Gespräch erklärt Edelman, dass junge Menschen Institutionen und
damit auch den Medien zunehmend misstrauen. Er beschreibt eine
Generation, die Nachrichten eher über Peers und Social-Media-Communitys
validiert, als auf etablierte Marken und Experten zu vertrauen – eine
Entwicklung, die sich seit der Pandemie stark beschleunigt hat. Laut
Edelman können fast zwei Drittel der jungen Menschen zudem nicht mehr
sicher unterscheiden, ob eine Nachricht von einer seriösen Quelle stammt
oder Desinformation ist. Ein Befund, der weitreichende Folgen für
Journalismus, Politik und Wirtschaft hat.

Mit Blick auf Deutschland verbindet Edelman den Vertrauensrückgang in
die Institutionen eng mit wirtschaftlicher Stagnation und
Abstiegsängsten. "Nur wenige glauben noch, dass sie mal einen festen
Job, ein höheres Einkommen als ihre Eltern oder gar ein eigenes Haus
besitzen werden." Die ökonomischen Sorgen – von Jobangst über KI bis hin
zu steigenden Lebenshaltungskosten – nähren den Groll unter den Menschen
und das Gefühl, vom System benachteiligt zu sein. Eine Entwicklung, die
zunehmend besorgniserregend ist und vor allem bei jungen Menschen
ausgeprägter wird: Über die Hälfte der jungen Erwachsenen hält
inzwischen gewaltsame Aktionen für legitime Mittel der Veränderung.

Edelman fordert eine glaubwürdige Zukunftserzählung: "Die Menschen
möchten die Chance auf eine Verbesserung ihrer Lage sehen, wenn sie hart
arbeiten." Was bedeutet das für die klassischen Medien? "Sie
konkurrieren um Aufmerksamkeit, gegen Unterhaltungsangebote wie YouTube,
TikTok. Sie sollten das Beste von diesen neuen Medien übernehmen, ohne
ihre Kernkompetenzen zu vernachlässigen." Edelman plädiert für mehr
Tempo, mehr Authentizität und mehr Persönlichkeit: Journalismus müsse
dahin, wo die jungen Zielgruppen sind – mit einer klaren,
wiedererkennbaren Stimme, ohne die Sorgfalt bei der Faktenprüfung zu
vernachlässigen. Vertrauen entstehe heute "von unten nach oben", betont
Edelman. Durch häufigen Kontakt und echte Interaktion. Klassische Medien
sollten weniger auf Klickjagd gehen und stattdessen Orientierung
liefern: "Sie sollten den Menschen behilflich sein, mit der
Geschwindigkeit des Lebens klarzukommen." Und vor allem: die Menschen
beruhigen und ihnen die "Hoffnung für die Zukunft wiedergeben".

Produktion: Pool Artists, Claudius Dobs

Animation: Axel Rudolph

Redaktion: Jens Lubbadeh

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]]></description>
      <pubDate>Wed, 11 Feb 2026 04:55:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (DIE ZEIT)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/vo-1102-deutsch-7M2UXrf0</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p><i>Im ZEIT-Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können.</i></p><p>Morgens die Zeitung aufschlagen, abends die "Tagesschau" im Fernsehen gucken, und am Wochenende den "Spiegel" oder DIE ZEIT lesen? Über Generationen waren das die Hauptquellen der Deutschen, um sich zu informieren. Vorbei. Es hat eine dramatische Verschiebung stattgefunden: Jüngere Menschen der Gen Z nutzen kaum noch traditionelle Medien und erhalten <a href="https://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/sites/default/files/2025-06/Digital_News-Report_2025.pdf" target="_blank">ihre Informationen vorwiegend oder fast ausschließlich über soziale Medien wie TikTok oder Instagram</a>. </p><p>Warum ist das so? Verlieren junge Menschen das Vertrauen in traditionelle Medien? Diese Frage stellen wir in der neuen Ausgabe von "Nur eine Frage" dem PR-Experten Richard Edelman. </p><p>Edelman ist CEO der Kommunikationsberatung Edelman PR. Seit 25 Jahren veröffentlicht er jedes Jahr das "Trust Barometer" – eine jährliche weltweite Umfrage, in der er das Vertrauen der Menschen in zentrale Institutionen wie Regierung, Unternehmen, Medien und NGOs untersucht.</p><p>Im "N1F"-Gespräch erklärt Edelman, dass junge Menschen Institutionen und damit auch den Medien zunehmend misstrauen. Er beschreibt eine Generation, die Nachrichten eher über Peers und Social-Media-Communitys validiert, als auf etablierte Marken und Experten zu vertrauen – eine Entwicklung, die sich seit der Pandemie stark beschleunigt hat. Laut Edelman können fast zwei Drittel der jungen Menschen zudem nicht mehr sicher unterscheiden, ob eine Nachricht von einer seriösen Quelle stammt oder Desinformation ist. Ein Befund, der weitreichende Folgen für Journalismus, Politik und Wirtschaft hat.</p><p>Mit Blick auf Deutschland verbindet Edelman den Vertrauensrückgang in die Institutionen eng mit wirtschaftlicher Stagnation und Abstiegsängsten. "Nur wenige glauben noch, dass sie mal einen festen Job, ein höheres Einkommen als ihre Eltern oder gar ein eigenes Haus besitzen werden." Die ökonomischen Sorgen – von Jobangst über KI bis hin zu steigenden Lebenshaltungskosten – nähren den Groll unter den Menschen und das Gefühl, vom System benachteiligt zu sein. Eine Entwicklung, die zunehmend besorgniserregend ist und vor allem bei jungen Menschen ausgeprägter wird: Über die Hälfte der jungen Erwachsenen hält inzwischen gewaltsame Aktionen für legitime Mittel der Veränderung.</p><p>Edelman fordert eine glaubwürdige Zukunftserzählung: "Die Menschen möchten die Chance auf eine Verbesserung ihrer Lage sehen, wenn sie hart arbeiten." Was bedeutet das für die klassischen Medien? "Sie konkurrieren um Aufmerksamkeit, gegen Unterhaltungsangebote wie YouTube, TikTok. Sie sollten das Beste von diesen neuen Medien übernehmen, ohne ihre Kernkompetenzen zu vernachlässigen." Edelman plädiert für mehr Tempo, mehr Authentizität und mehr Persönlichkeit: Journalismus müsse dahin, wo die jungen Zielgruppen sind – mit einer klaren, wiedererkennbaren Stimme, ohne die Sorgfalt bei der Faktenprüfung zu vernachlässigen. Vertrauen entstehe heute "von unten nach oben", betont Edelman. Durch häufigen Kontakt und echte Interaktion. Klassische Medien sollten weniger auf Klickjagd gehen und stattdessen Orientierung liefern: "Sie sollten den Menschen behilflich sein, mit der Geschwindigkeit des Lebens klarzukommen." Und vor allem: die Menschen beruhigen und ihnen die "Hoffnung für die Zukunft wiedergeben".</p><p><i>Produktion: Pool Artists, Claudius Dobs</i></p><p><i>Animation: Axel Rudolph</i></p><p><i>Redaktion: </i><a href="https://www.zeit.de/autoren/L/Jens_Lubbadeh" target="_blank"><i>Jens Lubbadeh</i></a></p><p><i>Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie </i><a href="https://www.zeit.de/n1f" target="_blank"><i>hier</i></a><i>. Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an </i><a href="mailto:n1f@zeit.de" target="_blank"><i>n1f@zeit.de</i></a><i>.</i></p>
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      <title>Englische Originalfolge: Are young people losing trust in traditional media, Richard Edelman?</title>
      <description><![CDATA[Im ZEIT-Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner
einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die
eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die
bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das
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Morgens die Zeitung aufschlagen, abends die "Tagesschau" im Fernsehen
gucken, und am Wochenende den "Spiegel" oder DIE ZEIT lesen? Über
Generationen waren das die Hauptquellen der Deutschen, um sich zu
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Verschiebung stattgefunden: Jüngere Menschen der Gen Z nutzen kaum noch
traditionelle Medien und erhalten ihre Informationen vorwiegend oder
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Warum ist das so? Verlieren junge Menschen das Vertrauen in
traditionelle Medien? Diese Frage stellen wir in der neuen Ausgabe von
"Nur eine Frage" dem PR-Experten Richard Edelman. 

Edelman ist CEO der Kommunikationsberatung Edelman PR. Seit 25 Jahren
veröffentlicht er jedes Jahr das "Trust Barometer" – eine jährliche
weltweite Umfrage, in der er das Vertrauen der Menschen in zentrale
Institutionen wie Regierung, Unternehmen, Medien und NGOs untersucht.

Im "N1F"-Gespräch erklärt Edelman, dass junge Menschen Institutionen und
damit auch den Medien zunehmend misstrauen. Er beschreibt eine
Generation, die Nachrichten eher über Peers und Social-Media-Communitys
validiert, als auf etablierte Marken und Experten zu vertrauen – eine
Entwicklung, die sich seit der Pandemie stark beschleunigt hat. Laut
Edelman können fast zwei Drittel der jungen Menschen zudem nicht mehr
sicher unterscheiden, ob eine Nachricht von einer seriösen Quelle stammt
oder Desinformation ist. Ein Befund, der weitreichende Folgen für
Journalismus, Politik und Wirtschaft hat.

Mit Blick auf Deutschland verbindet Edelman den Vertrauensrückgang in
die Institutionen eng mit wirtschaftlicher Stagnation und
Abstiegsängsten. "Nur wenige glauben noch, dass sie mal einen festen
Job, ein höheres Einkommen als ihre Eltern oder gar ein eigenes Haus
besitzen werden." Die ökonomischen Sorgen – von Jobangst über KI bis hin
zu steigenden Lebenshaltungskosten – nähren den Groll unter den Menschen
und das Gefühl, vom System benachteiligt zu sein. Eine Entwicklung, die
zunehmend besorgniserregend ist und vor allem bei jungen Menschen
ausgeprägter wird: Über die Hälfte der jungen Erwachsenen hält
inzwischen gewaltsame Aktionen für legitime Mittel der Veränderung.

Edelman fordert eine glaubwürdige Zukunftserzählung: "Die Menschen
möchten die Chance auf eine Verbesserung ihrer Lage sehen, wenn sie hart
arbeiten." Was bedeutet das für die klassischen Medien? "Sie
konkurrieren um Aufmerksamkeit, gegen Unterhaltungsangebote wie YouTube,
TikTok. Sie sollten das Beste von diesen neuen Medien übernehmen, ohne
ihre Kernkompetenzen zu vernachlässigen." Edelman plädiert für mehr
Tempo, mehr Authentizität und mehr Persönlichkeit: Journalismus müsse
dahin, wo die jungen Zielgruppen sind – mit einer klaren,
wiedererkennbaren Stimme, ohne die Sorgfalt bei der Faktenprüfung zu
vernachlässigen. Vertrauen entstehe heute "von unten nach oben", betont
Edelman. Durch häufigen Kontakt und echte Interaktion. Klassische Medien
sollten weniger auf Klickjagd gehen und stattdessen Orientierung
liefern: "Sie sollten den Menschen behilflich sein, mit der
Geschwindigkeit des Lebens klarzukommen." Und vor allem: die Menschen
beruhigen und ihnen die "Hoffnung für die Zukunft wiedergeben".

 

Produktion: Pool Artists, Claudius Dobs

Animation: Axel Rudolph

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      <pubDate>Wed, 11 Feb 2026 04:55:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (DIE ZEIT)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/vo-110226-zOwJsWKo</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p><i>Im ZEIT-Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können.</i></p><p>Morgens die Zeitung aufschlagen, abends die "Tagesschau" im Fernsehen gucken, und am Wochenende den "Spiegel" oder DIE ZEIT lesen? Über Generationen waren das die Hauptquellen der Deutschen, um sich zu informieren. Diese Zeiten sind vorbei. Es hat eine dramatische Verschiebung stattgefunden: Jüngere Menschen der Gen Z nutzen kaum noch traditionelle Medien und erhalten <a href="https://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/sites/default/files/2025-06/Digital_News-Report_2025.pdf" target="_blank">ihre Informationen vorwiegend oder fast ausschließlich über soziale Medien wie TikTok oder Instagram</a>. </p><p>Warum ist das so? Verlieren junge Menschen das Vertrauen in traditionelle Medien? Diese Frage stellen wir in der neuen Ausgabe von "Nur eine Frage" dem PR-Experten Richard Edelman. </p><p>Edelman ist CEO der Kommunikationsberatung Edelman PR. Seit 25 Jahren veröffentlicht er jedes Jahr das "Trust Barometer" – eine jährliche weltweite Umfrage, in der er das Vertrauen der Menschen in zentrale Institutionen wie Regierung, Unternehmen, Medien und NGOs untersucht.</p><p>Im "N1F"-Gespräch erklärt Edelman, dass junge Menschen Institutionen und damit auch den Medien zunehmend misstrauen. Er beschreibt eine Generation, die Nachrichten eher über Peers und Social-Media-Communitys validiert, als auf etablierte Marken und Experten zu vertrauen – eine Entwicklung, die sich seit der Pandemie stark beschleunigt hat. Laut Edelman können fast zwei Drittel der jungen Menschen zudem nicht mehr sicher unterscheiden, ob eine Nachricht von einer seriösen Quelle stammt oder Desinformation ist. Ein Befund, der weitreichende Folgen für Journalismus, Politik und Wirtschaft hat.</p><p>Mit Blick auf Deutschland verbindet Edelman den Vertrauensrückgang in die Institutionen eng mit wirtschaftlicher Stagnation und Abstiegsängsten. "Nur wenige glauben noch, dass sie mal einen festen Job, ein höheres Einkommen als ihre Eltern oder gar ein eigenes Haus besitzen werden." Die ökonomischen Sorgen – von Jobangst über KI bis hin zu steigenden Lebenshaltungskosten – nähren den Groll unter den Menschen und das Gefühl, vom System benachteiligt zu sein. Eine Entwicklung, die zunehmend besorgniserregend ist und vor allem bei jungen Menschen ausgeprägter wird: Über die Hälfte der jungen Erwachsenen hält inzwischen gewaltsame Aktionen für legitime Mittel der Veränderung.</p><p>Edelman fordert eine glaubwürdige Zukunftserzählung: "Die Menschen möchten die Chance auf eine Verbesserung ihrer Lage sehen, wenn sie hart arbeiten." Was bedeutet das für die klassischen Medien? "Sie konkurrieren um Aufmerksamkeit, gegen Unterhaltungsangebote wie YouTube, TikTok. Sie sollten das Beste von diesen neuen Medien übernehmen, ohne ihre Kernkompetenzen zu vernachlässigen." Edelman plädiert für mehr Tempo, mehr Authentizität und mehr Persönlichkeit: Journalismus müsse dahin, wo die jungen Zielgruppen sind – mit einer klaren, wiedererkennbaren Stimme, ohne die Sorgfalt bei der Faktenprüfung zu vernachlässigen. Vertrauen entstehe heute "von unten nach oben", betont Edelman. Durch häufigen Kontakt und echte Interaktion. Klassische Medien sollten weniger auf Klickjagd gehen und stattdessen Orientierung liefern: "Sie sollten den Menschen behilflich sein, mit der Geschwindigkeit des Lebens klarzukommen." Und vor allem: die Menschen beruhigen und ihnen die "Hoffnung für die Zukunft wiedergeben".</p><p> </p><p><i>Produktion: Pool Artists, Claudius Dobs</i></p><p><i>Animation: Axel Rudolph</i></p><p><i>Redaktion: </i><a href="https://www.zeit.de/autoren/L/Jens_Lubbadeh" target="_blank"><i>Jens Lubbadeh</i></a></p><p><i>Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie </i><a href="https://www.zeit.de/n1f" target="_blank"><i>hier</i></a><i>. Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an </i><a href="mailto:n1f@zeit.de" target="_blank"><i>n1f@zeit.de</i></a><i>.</i></p>
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      <itunes:title>Englische Originalfolge: Are young people losing trust in traditional media, Richard Edelman?</itunes:title>
      <itunes:author>DIE ZEIT</itunes:author>
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      <itunes:summary>Der PR-Chef Richard Edelman erhebt jedes Jahr das &quot;Trust Barometer&quot;. Seine Erkenntnisse sind beunruhigend. Für die klassischen Medien hat er ein paar Tipps.</itunes:summary>
      <itunes:subtitle>Der PR-Chef Richard Edelman erhebt jedes Jahr das &quot;Trust Barometer&quot;. Seine Erkenntnisse sind beunruhigend. Für die klassischen Medien hat er ein paar Tipps.</itunes:subtitle>
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      <title>Zerstört das Internet die Demokratie, Ralph Hertwig?</title>
      <description><![CDATA[Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen
Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort
schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den
bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können –
und versucht, Antworten zu bekommen.

In dieser Folge geht es um eine der womöglich größten menschlichen
Errungenschaften: das Internet. Anfangs wurde es bejubelt als Raum
grenzenloser Meinungsfreiheit, der weltweit Demokratiebestrebungen
befördern würde. Die Realität heute ist eine andere:
Social-Media-Plattformen wie X und Instagram dominieren den digitalen
Raum, ihre Algorithmen belohnen Aufregung, während Fake-News, Hass und
Hetze nur zögerlich oder gar nicht eingedämmt werden.

Hat sich die Demokratie-Maschine Internet ins Gegenteil verkehrt?
Zerstört das Internet die Demokratie – das fragen wir dieses Mal bei
"Nur eine Frage" den Psychologen und Entscheidungsforscher Ralph
Hertwig, Direktor des Forschungsbereichs Adaptive Rationalität am
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Er beschäftigt sich
seit rund fünf Jahren mit den Auswirkungen der Digitalisierung und der
sozialen Medien auf die Demokratie – eine Zeit, in der ein Großteil der
Forschung hierzu erst entstanden ist.

Die Forschung zum Thema ist schwierig: Zum einen lassen sich in der
Realität im Vergleich zu Laborbedingungen viel schlechter belastbare
Experimente durchführen. Zum anderen ließen die Betreiber der
Plattformen kaum unabhängige Forschung zu ihren Effekten zu – sie halten
die Algorithmen unter Verschluss, um Geschäftsgeheimnisse zu schützen.
Die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen digitalen Medien und
demokratischen Gesellschaften sind zudem komplex, betont Hertwig. Sich
ihre Einflüsse auf demokratische Prozesse anzusehen, sei aber dennoch
wichtig – gerade weil sie so verschiedenartig sind.

Laut einer Metaanalyse von Hertwig und seinem Forschungsteam können
digitale Medien sowohl positive als auch negative Effekte auf
Demokratien haben. Positiv wirkt sich offenbar aus, dass Menschen sich
Wissen aneignen, politisch teilhaben und unterschiedliche Meinungen
kennenlernen können. Zugleich korreliere das Aufkommen digitaler Medien
allerdings auch mit Vertrauensverlust in Institutionen, wachsender
Polarisierung sowie mehr Hass und Fehlinformationen.

Dennoch: Man könne die aktuellen Krisen der Demokratie nicht
ausschließlich mit sozialen Medien erklären, sagt der Forscher. Hertwig
hebt bestimmte Geschäftsmodelle der großen Plattformen hervor. Ihre
Algorithmen, die nach der Logik der sogenannten Aufmerksamkeitsökonomie
funktionieren, könnten demokratieschädliche Effekte fördern und extreme
Positionen und polarisierende Inhalte favorisieren.

Wenn Realitäten verzerrt, Menschen getäuscht und Filterblasen gefördert
werden, um Nutzerinteraktionen zu steigern, schade das der Demokratie,
sagt Hertwig.

Trotz allem plädiert Hertwig für Optimismus. Maßnahmen wie digitale
Bildung, Förderung kritischer Denkweisen und kluge Regulierung der
Plattformen könnten negative Effekte eingrenzen.

Produktion: ifbbw

Redaktion: Carl Friedrichs, Jens Lubbadeh

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      <pubDate>Wed, 28 Jan 2026 04:55:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (DIE ZEIT)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/vo-280126-C4f3bUOc</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht, Antworten zu bekommen.</p><p>In dieser Folge geht es um eine der womöglich größten menschlichen Errungenschaften: das Internet. Anfangs wurde es bejubelt als Raum grenzenloser Meinungsfreiheit, der weltweit Demokratiebestrebungen befördern würde. Die Realität heute ist eine andere: Social-Media-Plattformen wie X und Instagram dominieren den digitalen Raum, ihre Algorithmen belohnen Aufregung, während Fake-News, Hass und Hetze nur zögerlich oder gar nicht eingedämmt werden.</p><p>Hat sich die Demokratie-Maschine Internet ins Gegenteil verkehrt? Zerstört das Internet die Demokratie – das fragen wir dieses Mal bei "Nur eine Frage" den Psychologen und Entscheidungsforscher Ralph Hertwig, Direktor des Forschungsbereichs Adaptive Rationalität am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Er beschäftigt sich seit rund fünf Jahren mit den Auswirkungen der Digitalisierung und der sozialen Medien auf die Demokratie – eine Zeit, in der ein Großteil der Forschung hierzu erst entstanden ist.</p><p>Die Forschung zum Thema ist schwierig: Zum einen lassen sich in der Realität im Vergleich zu Laborbedingungen viel schlechter belastbare Experimente durchführen. Zum anderen ließen die Betreiber der Plattformen kaum unabhängige Forschung zu ihren Effekten zu – sie halten die Algorithmen unter Verschluss, um Geschäftsgeheimnisse zu schützen. Die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen digitalen Medien und demokratischen Gesellschaften sind zudem komplex, betont Hertwig. Sich ihre Einflüsse auf demokratische Prozesse anzusehen, sei aber dennoch wichtig – gerade weil sie so verschiedenartig sind.</p><p>Laut einer Metaanalyse von Hertwig und seinem Forschungsteam können digitale Medien sowohl positive als auch negative Effekte auf Demokratien haben. Positiv wirkt sich offenbar aus, dass Menschen sich Wissen aneignen, politisch teilhaben und unterschiedliche Meinungen kennenlernen können. Zugleich korreliere das Aufkommen digitaler Medien allerdings auch mit Vertrauensverlust in Institutionen, wachsender Polarisierung sowie mehr Hass und Fehlinformationen.</p><p>Dennoch: Man könne die aktuellen Krisen der Demokratie nicht ausschließlich mit sozialen Medien erklären, sagt der Forscher. Hertwig hebt bestimmte Geschäftsmodelle der großen Plattformen hervor. Ihre Algorithmen, die nach der Logik der sogenannten Aufmerksamkeitsökonomie funktionieren, könnten demokratieschädliche Effekte fördern und extreme Positionen und polarisierende Inhalte favorisieren.</p><p>Wenn Realitäten verzerrt, Menschen getäuscht und Filterblasen gefördert werden, um Nutzerinteraktionen zu steigern, schade das der Demokratie, sagt Hertwig.</p><p>Trotz allem plädiert Hertwig für Optimismus. Maßnahmen wie digitale Bildung, Förderung kritischer Denkweisen und kluge Regulierung der Plattformen könnten negative Effekte eingrenzen.</p><p><i>Produktion: ifbbw</i></p><p><i>Redaktion: Carl Friedrichs, Jens Lubbadeh</i></p><p><i>Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an </i><a href="mailto:n1f@zeit.de" target="_blank"><i>n1f@zeit.de</i></a><i>.</i></p>
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      <itunes:author>DIE ZEIT</itunes:author>
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      <itunes:summary>Der Psychologe Ralph Hertwig erforscht, wie das Internet Demokratien verändert. Er kennt die Gefahren von Fake-News und Hetze – aber auch die Chancen globaler Vernetzung.</itunes:summary>
      <itunes:subtitle>Der Psychologe Ralph Hertwig erforscht, wie das Internet Demokratien verändert. Er kennt die Gefahren von Fake-News und Hetze – aber auch die Chancen globaler Vernetzung.</itunes:subtitle>
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      <title>Muss es Kriege geben, Herfried Münkler?</title>
      <description><![CDATA[Im neuen Podcast “Nur eine Frage” stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen
Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort
schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den
bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können –
und versucht, eine klare Antwort zu bekommen. 

Seit Jahrhunderten träumt die Menschheit vom ewigen Frieden und führt
doch stetig weiter Kriege. Warum kämpfen Menschen gegen Menschen und
bringen einander um – obwohl fast alle Weltreligionen das Töten von
Menschen verbieten, obwohl es die Menschenrechte gibt, obwohl die
UN-Charta gebietet, den Weltfrieden zu wahren? Muss es Kriege geben? Das
fragen wir bei Nur eine Frage dieses Mal den Politologen Herfried
Münkler.

Münkler hält eine Welt ohne Kriege für Wunschdenken: „Angesichts der
Welt, in der wir leben, ist es nicht vorstellbar, dass es in absehbarer
Zeit keine Kriege gibt.“ Der Grund: Es gibt keinen Hüter einer
friedlichen Ordnung. „Die Geschichte der Vereinten Nationen vor dieser
Aufgabe ist eine des Versagens“, sagt er.

Herfried Münkler ist der einflussreichste lebende deutsche Politologe
und Autor von mehr als 30 Büchern. Er hat mehrere Bundeskanzler beraten,
die ZEIT nannte ihn einen “Ein-Mann-Think-Tank". Seine Kritiker hingegen
schimpften ihn schon einen “Extremisten der Mitte”. Dennoch wurden
Münklers 2002 und 2006 erschienene Werke Die neuen Kriege und Wandel des
Krieges zu Bestsellern. Darin attestiert er eine Rückkehr zu
“unordentlichen Kriegsformen”, was sich maßgeblich in der Privatisierung
und Asymmetrierung sowie Demilitarisierung der Kriege äußere. In seinem
neuesten Werk Macht im Umbruch analysiert Münkler die Verschiebungen
einer multipolaren und nicht länger regelbasierten Weltordnung des 21.
Jahrhunderts und die Herausforderungen, denen sich Deutschland und
Europa stellen müssen. 

Im Gespräch erklärt der Politologe Münkler, dass Kriege überhaupt erst
mit der Sesshaftwerdung des Menschen aufkamen – erst jetzt habe es sich
gelohnt, Orte mit ihren Ressourcen und Bewohnern zu verteidigen, statt
Konflikten aus dem Weg zu gehen. So hätten es die Jäger- und
Sammlergesellschaften davor getan, obwohl auch sie den Zustand latenter
Gewalt kannten. Münkler zeichnet nach, wie sich Kriegsführung seit der
Sesshaftwerdung entwickelt hat: von der frühzeitlichen Schlacht an der
Tollense, über den Dreißigjährigen Krieg bis zur Zeit der
Kabinettskriege und den Totalen Kriegen der Moderne.

Münkler betont, dass die Auffassung von Krieg und Frieden als zwei
unterschiedliche “politische Aggregatzustände” erst relativ spät
aufkommt und erklärt, warum das trotz der Negativität des Krieges als
zivilisatorische Errungenschaft gelten kann. Letztlich aber sei der
Frieden immer auch eine Zeit zur Vorbereitung für den Ernstfall gewesen
– ganz im Sinne des Philosophen Thomas Hobbes, sagt Münkler.

Warum der Krieg trotz vermeintlicher zivilisatorischer Fortschritte und
angesichts technologischer Errungenschaft ein ständiger und
kostspieliger Begleiter der Politik bleibt, warum sich junge Männer zum
Teil nach einer “Flucht aus dem Frieden” sehnen und ob künstliche
Intelligenz eines Tages Kriege ohne Menschen möglich machen könnte – das
und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von Nur eine Frage (N1F). 

Produktion: ifbbw
Redaktion: Carl Friedrichs, Jens Lubbadeh

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      <pubDate>Wed, 14 Jan 2026 04:55:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (DIE ZEIT)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/vo-140126-v9KsQpz_</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p><i>Im neuen Podcast “Nur eine Frage” stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht, eine klare Antwort zu bekommen. </i></p><p>Seit Jahrhunderten träumt die Menschheit vom ewigen Frieden und führt doch stetig weiter Kriege. Warum kämpfen Menschen gegen Menschen und bringen einander um – obwohl fast alle Weltreligionen das Töten von Menschen verbieten, obwohl es die Menschenrechte gibt, obwohl die UN-Charta gebietet, den Weltfrieden zu wahren? Muss es Kriege geben? Das fragen wir bei <i>Nur eine Frage</i> dieses Mal den Politologen Herfried Münkler.</p><p>Münkler hält eine Welt ohne Kriege für Wunschdenken: „Angesichts der Welt, in der wir leben, ist es nicht vorstellbar, dass es in absehbarer Zeit keine Kriege gibt.“ Der Grund: Es gibt keinen Hüter einer friedlichen Ordnung. „Die Geschichte der Vereinten Nationen vor dieser Aufgabe ist eine des Versagens“, sagt er.</p><p>Herfried Münkler ist der einflussreichste lebende deutsche Politologe und Autor von mehr als 30 Büchern. Er hat mehrere Bundeskanzler beraten, die ZEIT nannte ihn einen “Ein-Mann-Think-Tank". Seine Kritiker hingegen schimpften ihn schon einen “Extremisten der Mitte”. Dennoch wurden Münklers 2002 und 2006 erschienene Werke <i>Die neuen Kriege</i> und <i>Wandel des Krieges</i> zu Bestsellern. Darin attestiert er eine Rückkehr zu “unordentlichen Kriegsformen”, was sich maßgeblich in der Privatisierung und Asymmetrierung sowie Demilitarisierung der Kriege äußere. In seinem neuesten Werk <i>Macht im Umbruch</i> analysiert Münkler die Verschiebungen einer multipolaren und nicht länger regelbasierten Weltordnung des 21. Jahrhunderts und die Herausforderungen, denen sich Deutschland und Europa stellen müssen. </p><p>Im Gespräch erklärt der Politologe Münkler, dass Kriege überhaupt erst mit der Sesshaftwerdung des Menschen aufkamen – erst jetzt habe es sich gelohnt, Orte mit ihren Ressourcen und Bewohnern zu verteidigen, statt Konflikten aus dem Weg zu gehen. So hätten es die Jäger- und Sammlergesellschaften davor getan, obwohl auch sie den Zustand latenter Gewalt kannten. Münkler zeichnet nach, wie sich Kriegsführung seit der Sesshaftwerdung entwickelt hat: von der frühzeitlichen Schlacht an der Tollense, über den Dreißigjährigen Krieg bis zur Zeit der Kabinettskriege und den Totalen Kriegen der Moderne.</p><p>Münkler betont, dass die Auffassung von Krieg und Frieden als zwei unterschiedliche “politische Aggregatzustände” erst relativ spät aufkommt und erklärt, warum das trotz der Negativität des Krieges als zivilisatorische Errungenschaft gelten kann. Letztlich aber sei der Frieden immer auch eine Zeit zur Vorbereitung für den Ernstfall gewesen – ganz im Sinne des Philosophen Thomas Hobbes, sagt Münkler.</p><p>Warum der Krieg trotz vermeintlicher zivilisatorischer Fortschritte und angesichts technologischer Errungenschaft ein ständiger und kostspieliger Begleiter der Politik bleibt, warum sich junge Männer zum Teil nach einer “Flucht aus dem Frieden” sehnen und ob künstliche Intelligenz eines Tages Kriege ohne Menschen möglich machen könnte – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von <i>Nur eine Frage</i> (N1F). </p><p><i>Produktion: ifbbw</i><br /><i>Redaktion: Carl Friedrichs, Jens Lubbadeh</i></p><p>Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie <a href="https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage-podcast" target="_blank">hier</a>. Abonnieren Sie auch unseren <a href="https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage?wt_zmc=pr.int.zonpmr.diverse.kurzlink.zeitde.link.n1f.&utm_medium=pr&utm_source=diverse_zonpmr_int&utm_campaign=kurzlink&utm_content=zeitde_link_n1f_">N1F-Newsletter</a>. </p><p>Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an <a href="http://n1f@zeit.de/" target="_blank">n1f@zeit.de</a>.</p><p> </p>
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      <title>Gibt es Gott, Heino Falcke?</title>
      <description><![CDATA[Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen
Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort
schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den
bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können –
und versucht, eine klare Antwort zu bekommen.

In dieser Folge geht es um die Frage aller Fragen: Gibt es Gott? Wir
haben sie Heino Falcke gestellt, Astrophysiker an der
Radboud-Universität im niederländischen Nijmegen. Falcke gilt als
führender Radioastronom und erlangte weltweite Bekanntheit, als er 2019
die erste Aufnahme eines Schwarzen Lochs präsentierte. 

Für Falcke, der bekennender Christ ist, ist der Glaube kein Widerspruch
zur Wissenschaft – sondern eine Ergänzung. Der Astrophysiker verbindet
seine wissenschaftliche Arbeit mit philosophischen Fragen nach dem
Universum und dem Glauben. Er schreibt darüber auch in seinem neuen Buch
"Zwischen Urknall und Apokalypse – die große Geschichte unseres
Planeten".

Falcke erklärt, dass der Urknall, die Naturgesetze und selbst die
Quantenunsicherheiten für ihn nicht den Glauben verdrängen, sondern
Staunen wecken: Das Universum sei nicht vollständig erklärbar, sondern
in seinem Ursprung letztlich geheimnisvoll. Die Wissenschaft könne
beschreiben, wie Dinge passieren, nicht aber warum. Was die Physik
offenlässt, fülle für ihn der Glaube – nicht als Lückenfüller, sondern
als Ausdruck von Ehrfurcht und Demut gegenüber dem Unverfügbaren.

Er spricht über die Rolle des katholischen Priesters Georges Lemaître,
der die Urknalltheorie begründet hat, über die Möglichkeit von
Multiversen und über die faszinierende Tatsache, dass sich das Universum
selbst so entwickelt hat, dass Bewusstsein und Persönlichkeit entstehen
konnten. Dass die Welt überhaupt verständlich ist, sieht Falcke als
"zweites Wunder".

Falcke erzählt, dass der Glaube für ihn auf Erfahrungen und Vertrauen
gründet – nicht auf Beweisen. Das Beten sei für ihn eine Konversation
mit Gott und dem Universum. Am Ende sei der Glaube ein Akt des
Vertrauens, sagt Falcke, aber einer, der sein Denken und Forschen
beflügelt. Als das berühmte Bild des Schwarzen Lochs entstand, habe er
ein Dankgebet gesprochen.

Produktion: Pool Artists
Redaktion: Jens Lubbadeh

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      <pubDate>Wed, 17 Dec 2025 04:55:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (DIE ZEIT)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/vo-171225-gott-_Rrn4OsJ</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht, eine klare Antwort zu bekommen.</p><p>In dieser Folge geht es um die Frage aller Fragen: Gibt es Gott? Wir haben sie Heino Falcke gestellt, Astrophysiker an der Radboud-Universität im niederländischen Nijmegen. Falcke gilt als führender Radioastronom und erlangte weltweite Bekanntheit, als er 2019 die erste Aufnahme eines Schwarzen Lochs präsentierte. </p><p>Für Falcke, der bekennender Christ ist, ist der Glaube kein Widerspruch zur Wissenschaft – sondern eine Ergänzung. Der Astrophysiker verbindet seine wissenschaftliche Arbeit mit philosophischen Fragen nach dem Universum und dem Glauben. Er schreibt darüber auch in seinem neuen Buch "Zwischen Urknall und Apokalypse – die große Geschichte unseres Planeten".</p><p>Falcke erklärt, dass der <strong>Urknall,</strong> die <strong>Naturgesetze</strong> und selbst die <strong>Quantenunsicherheiten</strong> für ihn nicht den Glauben verdrängen, sondern Staunen wecken: Das Universum sei nicht vollständig erklärbar, sondern in seinem Ursprung letztlich geheimnisvoll. Die Wissenschaft könne beschreiben, <strong>wie</strong> Dinge passieren, nicht aber <strong>warum.</strong> Was die Physik offenlässt, fülle für ihn der Glaube – nicht als Lückenfüller, sondern als Ausdruck von Ehrfurcht und Demut gegenüber dem Unverfügbaren.</p><p>Er spricht über die Rolle des katholischen Priesters <strong>Georges Lemaître,</strong> der die Urknalltheorie begründet hat, über die Möglichkeit von <strong>Multiversen</strong> und über die faszinierende Tatsache, dass sich das Universum selbst so entwickelt hat, dass Bewusstsein und Persönlichkeit entstehen konnten. Dass die Welt überhaupt verständlich ist, sieht Falcke als "zweites Wunder".</p><p>Falcke erzählt, dass der Glaube für ihn auf Erfahrungen und Vertrauen gründet – nicht auf Beweisen. Das Beten sei für ihn eine <strong>Konversation mit Gott und dem Universum.</strong> Am Ende sei der Glaube ein Akt des Vertrauens, sagt Falcke, aber einer, der sein Denken und Forschen beflügelt. Als das berühmte Bild des Schwarzen Lochs entstand, habe er ein Dankgebet gesprochen.</p><p>Produktion: Pool Artists<br />Redaktion: Jens Lubbadeh</p><p>Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie <a href="https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage-podcast" target="_blank">hier</a>. Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an <a href="http://n1f@zeit.de/" target="_blank">n1f@zeit.de</a>.</p>
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      <itunes:title>Gibt es Gott, Heino Falcke?</itunes:title>
      <itunes:author>DIE ZEIT</itunes:author>
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      <itunes:summary>Der Astrophysiker Heino Falcke hat als Erster ein Schwarzes Loch fotografiert. Er glaubt an Wissenschaft – und an Gott. Ein Gespräch über Urknall, Universen und Beten</itunes:summary>
      <itunes:subtitle>Der Astrophysiker Heino Falcke hat als Erster ein Schwarzes Loch fotografiert. Er glaubt an Wissenschaft – und an Gott. Ein Gespräch über Urknall, Universen und Beten</itunes:subtitle>
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      <title>Ist Demokratie die beste Staatsform, Jan-Werner Müller?</title>
      <description><![CDATA[Im ZEIT-Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner
einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die
eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die
bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das
jeweilige Thema finden können. 

In dieser Ausgabe möchten wir vom Politikwissenschaftler Jan-Werner
Müller wissen: Ist Demokratie die beste Staatsform?

Autokraten, Klimakrise, Kriege – weltweit steht die Demokratie unter
Druck. Immer mehr Menschen weltweit wenden sich rechtsgerichteten
Parteien und Politikern zu, die der Demokratie skeptisch oder sogar
feindselig gegenüberstehen. Demokratie verspricht Freiheit und
Gleichheit, gilt aber als langsam und ineffizient, insbesondere bei
globalen und komplexen Herausforderungen wie dem Klimawandel, der
Globalisierung oder der Migration. Sind die Wähler, die sich rechten
Parteien und Populisten zuwenden, enttäuscht von der Demokratie?
Wünschen sie sich eine bessere Alternative? Wenn ja: Gibt es diese
überhaupt? 

Jan-Werner Müller ist Professor für Politische Theorie an der Princeton
University und international bekannt für seine Arbeiten zu Demokratie,
Populismus und politischer Ideengeschichte Europas. Bekannt wurde er mit
seinem Buch Was ist Populismus? sowie weiteren Werken zu
Demokratieverständnis und Demokratiepraxis. Gerade in diesen Zeiten,
sagt Müller, zeige sich, was nur die Demokratie könne: den Bürgerinnen
und Bürgern das Recht einzuräumen, die Mächtigen zur Rechenschaft zu
zwingen. 

Im Gespräch erklärt der Princeton-Professor, warum Demokratie immer
Konflikt organisiert und nicht Konsens, weshalb Parteien unverzichtbar
bleiben, wieso Föderalismus in Krisen ein Schutzwall sein kann – und wie
Demokratien in kleinen Schritten ausgehöhlt werden können. Außerdem: Was
soziale Medien wirklich verändern, ob "illiberale Demokratie" ein
irreführender Begriff ist und warum es trotz aller Frustrationen keinen
empirischen Beleg für eine breite demokratieablehnende Stimmung in der
Bevölkerung gibt.

Müller argumentiert, Demokratie sei "institutionalisierte Ungewissheit":
Man wisse nie, wer gewinnt – aber worauf man sich immer verlassen könne,
seien faire Verfahren und Grundrechte. In Autokratien sei es umgekehrt.
Müller warnt davor, Effektivität mit Autoritarismus zu verwechseln, und
hält die Sehnsucht nach dem "wohlwollenden starken Entscheider" für
gefährlich: Was, wenn der eines Tages nicht mehr wohlwollend ist?
Demokratische Sicherungen – von unabhängiger Rechtspflege bis zur
Dezentralisierung – sind dann lebenswichtig.

Produktion: Pool Artists
Redaktion: Jens Lubbadeh

Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik,
Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an n1f@zeit.de.

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      <pubDate>Wed, 3 Dec 2025 05:00:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (DIE ZEIT)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/jan-werner-muller-i5TujkAP</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Im ZEIT-Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können. </p><p>In dieser Ausgabe möchten wir vom Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller wissen: Ist Demokratie die beste Staatsform?</p><p>Autokraten, Klimakrise, Kriege – weltweit steht die Demokratie unter Druck. Immer mehr Menschen weltweit wenden sich rechtsgerichteten Parteien und Politikern zu, die der Demokratie skeptisch oder sogar feindselig gegenüberstehen. Demokratie verspricht Freiheit und Gleichheit, gilt aber als langsam und ineffizient, insbesondere bei globalen und komplexen Herausforderungen wie dem Klimawandel, der Globalisierung oder der Migration. Sind die Wähler, die sich rechten Parteien und Populisten zuwenden, enttäuscht von der Demokratie? Wünschen sie sich eine bessere Alternative? Wenn ja: Gibt es diese überhaupt? </p><p>Jan-Werner Müller ist Professor für Politische Theorie an der Princeton University und international bekannt für seine Arbeiten zu Demokratie, Populismus und politischer Ideengeschichte Europas. Bekannt wurde er mit seinem Buch <i>Was ist Populismus?</i> sowie weiteren Werken zu Demokratieverständnis und Demokratiepraxis. Gerade in diesen Zeiten, sagt Müller, zeige sich, was nur die Demokratie könne: den Bürgerinnen und Bürgern das Recht einzuräumen, die Mächtigen zur Rechenschaft zu zwingen. </p><p>Im Gespräch erklärt der Princeton-Professor, warum Demokratie immer Konflikt organisiert und nicht Konsens, weshalb Parteien unverzichtbar bleiben, wieso Föderalismus in Krisen ein Schutzwall sein kann – und wie Demokratien in kleinen Schritten ausgehöhlt werden können. Außerdem: Was soziale Medien wirklich verändern, ob "illiberale Demokratie" ein irreführender Begriff ist und warum es trotz aller Frustrationen keinen empirischen Beleg für eine breite demokratieablehnende Stimmung in der Bevölkerung gibt.</p><p>Müller argumentiert, Demokratie sei "institutionalisierte Ungewissheit": Man wisse nie, wer gewinnt – aber worauf man sich immer verlassen könne, seien faire Verfahren und Grundrechte. In Autokratien sei es umgekehrt. Müller warnt davor, Effektivität mit Autoritarismus zu verwechseln, und hält die Sehnsucht nach dem "wohlwollenden starken Entscheider" für gefährlich: Was, wenn der eines Tages nicht mehr wohlwollend ist? Demokratische Sicherungen – von unabhängiger Rechtspflege bis zur Dezentralisierung – sind dann lebenswichtig.</p><p><i>Produktion: Pool Artists</i><br /><i>Redaktion: Jens Lubbadeh</i></p><p><i>Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie </i><a href="https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage-podcast" target="_blank"><i>hier</i></a><i>. Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an </i><a href="http://n1f@zeit.de/" target="_blank"><i>n1f@zeit.de</i></a><i>.</i></p>
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      <itunes:summary>Können Demokratien noch Antworten auf die Krisen der Welt finden? Der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller sagt: Ja, auch wenn sie nicht perfekt sind.</itunes:summary>
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      <title>Werden wir jemals Aliens finden, Dirk Schulze-Makuch?</title>
      <description><![CDATA[Im ZEIT-Podcast Nur eine Frage stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner
einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die
eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die
bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das
jeweilige Thema finden können. In dieser Ausgabe wollen wir wissen:
Werden wir jemals Aliens finden?

Der Astrobiologe Dirk Schulze-Makuch sucht seit Jahrzehnten nach Leben
im All – und glaubt, dass wir eines Tages außerirdisches Leben finden
werden. Wie wahrscheinlich ist es denn, dass es außerirdisches Leben
gibt? Schulze-Makuch tendiert zu "99 Prozent" – das letzte Prozent
bleibt, bis wir Beweise haben. Entscheidend seien die universellen
Bausteine des Lebens: ein Informationsträger (bei irdischem Leben sind
das DNA und RNA), Energiespeicher (ATP) und eine Zellmembran. Habe das
Leben den ersten Schritt einmal getan, werde es auch wahrscheinlicher,
dass sich komplexes Leben entwickle.

Womöglich haben wir außerirdisches Leben schon vor Jahrzehnten gefunden
– und es unbewusst zerstört, vermutet Schulze-Makuch. In den
Siebzigerjahren könnten die Experimente der Viking-Sonden auf dem Mars
zu unachtsam abgelaufen sein. Aus Feldforschung in der Atacama-Wüste
weiß Schulze-Makuch: Extrem angepasste Mikroben, die in sehr trockener
Umgebung leben, können durch zu viel Wasser sterben. Genau das könnte
damals möglichen Marsmikroben passiert sein, über die Viking einfach
Wasser geschüttet hat. Damals hieß es: Es gibt kein Leben auf dem Mars.
Spätere Missionen wie Phoenix, Curiosity und Perseverance fanden
organische Moleküle – ein Befund, der die damalige Deutung infrage
stellt. 

Wo sonst außer auf dem Mars sollten wir noch nach Leben suchen?
Schulze-Makuch sieht Chancen, auf dem Jupitermond Europa und dem
Saturnmond Enceladus mit ihren Ozeanen fündig zu werden. Auch der
Saturnmond Titan mit seinen Flüssen und Seen aus Kohlenwasserstoffen
wäre ein guter Kandidat. Der Fund eines zweiten, unabhängigen
Lebensursprungs im eigenen Sonnensystem wäre ein Gamechanger: Daraus
könnte man ableiten, dass Leben im Universum häufig sein muss, ist
Schulze-Makuch überzeugt. 

Aber warum hören wir nichts von Außerirdischen, obwohl die Menschheit
seit Jahrzehnten den Himmel abhört? Vielleicht funken die Außerirdischen
nicht auf unseren Frequenzen, vermutet der Astrobiologe, sondern nutzen
viel fortgeschrittenere Mittel der Kommunikation, jenseits der
Lichtgeschwindigkeit – etwa über Quantenverschränkung. Auch diese Form
der Kommunikation könnte eines Tages technisch möglich sein, glaubt
Schulze-Makuch. Dann könnte die Menschheit auch möglichen Außerirdischen
in den  entferntesten Regionen des Alls kommunizieren, ohne lange auf
Antwort warten zu müssen. 

Produktion: Pool Artists
Redaktion: Jens Lubbadeh
 

Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik,
Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an n1f@zeit.de.
 

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]]></description>
      <pubDate>Wed, 26 Nov 2025 05:00:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (DIE ZEIT)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/vo-2611-ZXYsyh3I</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Im ZEIT-Podcast <i>Nur eine Frage</i> stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können. In dieser Ausgabe wollen wir wissen: Werden wir jemals Aliens finden?</p><p>Der Astrobiologe Dirk Schulze-Makuch sucht seit Jahrzehnten nach Leben im All – und glaubt, dass wir eines Tages außerirdisches Leben finden werden. Wie wahrscheinlich ist es denn, dass es außerirdisches Leben gibt? Schulze-Makuch tendiert zu "99 Prozent" – das letzte Prozent bleibt, bis wir Beweise haben. Entscheidend seien die universellen Bausteine des Lebens: ein Informationsträger (bei irdischem Leben sind das DNA und RNA), Energiespeicher (ATP) und eine Zellmembran. Habe das Leben den ersten Schritt einmal getan, werde es auch wahrscheinlicher, dass sich komplexes Leben entwickle.</p><p>Womöglich haben wir außerirdisches Leben schon vor Jahrzehnten gefunden – und es unbewusst zerstört, vermutet Schulze-Makuch. In den Siebzigerjahren könnten die Experimente der Viking-Sonden auf dem Mars zu unachtsam abgelaufen sein. Aus Feldforschung in der Atacama-Wüste weiß Schulze-Makuch: Extrem angepasste Mikroben, die in sehr trockener Umgebung leben, können durch zu viel Wasser sterben. Genau das könnte damals möglichen Marsmikroben passiert sein, über die Viking einfach Wasser geschüttet hat. Damals hieß es: Es gibt kein Leben auf dem Mars. Spätere Missionen wie Phoenix, Curiosity und Perseverance fanden organische Moleküle – ein Befund, der die damalige Deutung infrage stellt. </p><p>Wo sonst außer auf dem Mars sollten wir noch nach Leben suchen? Schulze-Makuch sieht Chancen, auf dem Jupitermond Europa und dem Saturnmond Enceladus mit ihren Ozeanen fündig zu werden. Auch der Saturnmond Titan mit seinen Flüssen und Seen aus Kohlenwasserstoffen wäre ein guter Kandidat. Der Fund eines zweiten, unabhängigen Lebensursprungs im eigenen Sonnensystem wäre ein Gamechanger: Daraus könnte man ableiten, dass Leben im Universum häufig sein muss, ist Schulze-Makuch überzeugt. </p><p>Aber warum hören wir nichts von Außerirdischen, obwohl die Menschheit seit Jahrzehnten den Himmel abhört? Vielleicht funken die Außerirdischen nicht auf unseren Frequenzen, vermutet der Astrobiologe, sondern nutzen viel fortgeschrittenere Mittel der Kommunikation, jenseits der Lichtgeschwindigkeit – etwa über Quantenverschränkung. Auch diese Form der Kommunikation könnte eines Tages technisch möglich sein, glaubt Schulze-Makuch. Dann könnte die Menschheit auch möglichen Außerirdischen in den  entferntesten Regionen des Alls kommunizieren, ohne lange auf Antwort warten zu müssen. </p><p><i>Produktion: Pool Artists</i><br /><i>Redaktion: Jens Lubbadeh</i><br /> </p><p><i>Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie </i><a href="https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage-podcast" target="_blank"><i>hier</i></a><i>. Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an </i><a href="http://n1f@zeit.de" target="_blank"><i>n1f@zeit.de</i></a><i>.</i><br /> </p><p>Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie <a href="https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage-podcast" target="_blank">hier</a>. Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an <a href="http://n1f@zeit.de" target="_blank">n1f@zeit.de</a>.</p>
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      <title>Ist Armut erblich, Jutta Allmendinger?</title>
      <description><![CDATA[Jutta Allmendinger ist Deutschlands bekannteste Soziologin und leitete
viele Jahre lang das Wissenschaftszentrum Berlin. Seit Jahrzehnten
erforscht sie das Thema soziale Ungleichheit. Sie ist die ehemalige
Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, war Direktorin am Institut
für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und hat viele deutsche Regierungen
beraten. Heute ist sie Mitglied des Ethikrats und des
Wissenschaftsrats. 

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einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die
eine klare Antwort aber oft schwer zu finden ist. Wir befragen die
bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das
jeweilige Thema finden können. In dieser Ausgabe haben wir Jutta
Allmendinger gefragt: Ist Armut erblich? 

Armut werde meist relativ gemessen und meist werde dabei nur auf das
Einkommen geschaut, so Allmendinger: Wer weniger als 60 Prozent des
mittleren Einkommens besitzt, gilt als armutsgefährdet. Bei den
Einkommen gebe es in Deutschland große Ungleichheit, noch viel
ausgeprägter aber sei sie beim Vermögen. Diese Ungleichheit hemme
wirtschaftliche Dynamik, da Erben oft wenig investieren und ärmere
Gruppen wenig Chancen zum Aufstieg sehen. Früher hätten Katastrophen und
Kriege Ungleichheit reduziert, heute aber fehle es an politischen
Maßnahmen wie einer höheren Erbschaftssteuer. Die politischen Folgen
wachsender Ungleichheit bereiten Allmendinger Sorge, da sie
populistische und extreme politische Kräfte stärkten. Sie fordert eine
bessere Integrationspolitik und einen positiven Umgang mit Migration,
denn ihr verdanke Deutschland seinen Wohlstand. 

Aber es geht nicht nur ums Geld. Jutta Allmendinger prägte erstmals den
Begriff der Bildungsarmut und betont in dem Gespräch, wie wichtig eine
frühkindliche Bildung ist, um Armut vorzubeugen. Hier sieht Allmendinger
großen Handlungsbedarf. Das deutsche Bildungssystem berücksichtige die
unterschiedlichen sozialen Hintergründe der Kinder unzureichend.
Frühkindliche Bildung müsse dringend gestärkt werden, Corona habe die
Ungleichheit zusätzlich verschärft. Jedes zweite Kind in Deutschland
erfülle nicht das Mindestmaß der Kompetenzen beim Lesen und Rechnen. 
Doch Armut hat noch mehr Facetten: Wohnen, Gesundheit, Beziehungen,
Lebenserwartung kann von Armut geprägt sein. Besondere Sorge bereitet
Allmendinger die Wohnungsarmut, die insbesondere junge Menschen trifft,
da Wohnraum knapp und teuer ist. Junge Generationen hätten kaum noch
Möglichkeiten, Eigentum zu erwerben. 

Als weitere konkrete Maßnahmen gegen die Ungleichheit schlägt sie ein
Grundstockkapital für junge Erwachsene abhängig vom Elternhaus, einen
höheren Mindestlohn sowie die Reduzierung von Minijobs vor. Ein
Grundeinkommen lehnt sie nicht ab, hält Bildung und Erwerbsarbeit aber
für wichtiger. Der beste Weg zur Bekämpfung von Armut sei jedoch eine
langfristige Investition in frühkindliche Bildung.

Produktion: Pool Artists
Redaktion: Jens Lubbadeh
 

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]]></description>
      <pubDate>Wed, 12 Nov 2025 05:00:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (DIE ZEIT)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/jutta-allmendinger-3kncmxdD</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Jutta Allmendinger ist Deutschlands bekannteste Soziologin und leitete viele Jahre lang das Wissenschaftszentrum Berlin. Seit Jahrzehnten erforscht sie das Thema soziale Ungleichheit. Sie ist die ehemalige Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, war Direktorin am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und hat viele deutsche Regierungen beraten. Heute ist sie Mitglied des Ethikrats und des Wissenschaftsrats. </p><p>Im ZEIT-Podcast <i>Nur eine Frage</i> stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort aber oft schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können. In dieser Ausgabe haben wir Jutta Allmendinger gefragt: Ist Armut erblich? </p><p>Armut werde meist relativ gemessen und meist werde dabei nur auf das Einkommen geschaut, so Allmendinger: Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens besitzt, gilt als armutsgefährdet. Bei den Einkommen gebe es in Deutschland große Ungleichheit, noch viel ausgeprägter aber sei sie beim Vermögen. Diese Ungleichheit hemme wirtschaftliche Dynamik, da Erben oft wenig investieren und ärmere Gruppen wenig Chancen zum Aufstieg sehen. Früher hätten Katastrophen und Kriege Ungleichheit reduziert, heute aber fehle es an politischen Maßnahmen wie einer höheren Erbschaftssteuer. Die politischen Folgen wachsender Ungleichheit bereiten Allmendinger Sorge, da sie populistische und extreme politische Kräfte stärkten. Sie fordert eine bessere Integrationspolitik und einen positiven Umgang mit Migration, denn ihr verdanke Deutschland seinen Wohlstand. </p><p>Aber es geht nicht nur ums Geld. Jutta Allmendinger prägte erstmals den Begriff der Bildungsarmut und betont in dem Gespräch, wie wichtig eine frühkindliche Bildung ist, um Armut vorzubeugen. Hier sieht Allmendinger großen Handlungsbedarf. Das deutsche Bildungssystem berücksichtige die unterschiedlichen sozialen Hintergründe der Kinder unzureichend. Frühkindliche Bildung müsse dringend gestärkt werden, Corona habe die Ungleichheit zusätzlich verschärft. Jedes zweite Kind in Deutschland erfülle nicht das Mindestmaß der Kompetenzen beim Lesen und Rechnen. <br />Doch Armut hat noch mehr Facetten: Wohnen, Gesundheit, Beziehungen, Lebenserwartung kann von Armut geprägt sein. Besondere Sorge bereitet Allmendinger die Wohnungsarmut, die insbesondere junge Menschen trifft, da Wohnraum knapp und teuer ist. Junge Generationen hätten kaum noch Möglichkeiten, Eigentum zu erwerben. </p><p>Als weitere konkrete Maßnahmen gegen die Ungleichheit schlägt sie ein Grundstockkapital für junge Erwachsene abhängig vom Elternhaus, einen höheren Mindestlohn sowie die Reduzierung von Minijobs vor. Ein Grundeinkommen lehnt sie nicht ab, hält Bildung und Erwerbsarbeit aber für wichtiger. Der beste Weg zur Bekämpfung von Armut sei jedoch eine langfristige Investition in frühkindliche Bildung.</p><p><i>Produktion: Pool Artists</i><br /><i>Redaktion: Jens Lubbadeh</i><br /> </p><p><i>Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie </i><a href="https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage-podcast" target="_blank"><i>hier</i></a><i>. Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an </i><a href="http://n1f@zeit.de/" target="_blank"><i>n1f@zeit.de</i></a><i>.</i></p>
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      <itunes:title>Ist Armut erblich, Jutta Allmendinger?</itunes:title>
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      <itunes:summary>Die Soziologin Jutta Allmendinger spricht bei &quot;Nur eine Frage&quot; über die vielen Formen von Armut und erklärt, warum Erben unproduktiv macht. </itunes:summary>
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      <title>Braucht Deutschland die Atombombe, Claudia Major?</title>
      <description><![CDATA[Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen
Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort
schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den
bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können –
und versucht, eine klare Antwort zu bekommen.

In dieser Folge fragt er die Sicherheitsexpertin Claudia Major, ob
Deutschland eigene Atomwaffen anschaffen sollte. Major ist eine der
profiliertesten deutschen Sicherheitsexpertinnen. Sie ist
Vizepräsidentin für transatlantische Sicherheitsinitiativen beim German
Marshall Fund und berät die Bundesregierung in Sicherheitsfragen. Ihr
Spezialgebiet sind die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf
die transatlantischen Beziehungen, die nukleare Ordnung und wie man die
EU und die Ukraine langfristig sichern kann.

Major erklärt, warum sie eine deutsche Atombombe nicht nur für unnötig,
sondern sogar für einen schweren Fehler hält: Ein atomarer Alleingang
Deutschlands würde die Welt unsicherer machen, weil es andere Länder
ermutigte, ebenfalls nuklear aufzurüsten. Major plädiert dafür, dass
Deutschland und andere europäische Staaten erst einmal konventionell
stark aufrüsten müssen. Der Aufbau eines eigenen europäischen
Nukleararsenals wäre dann ein weiterer möglicher Schritt, den man gehen
könne. 

"Atomwaffen sind eigentlich keine Kriegsführungs-, sondern zutiefst
politische Waffen", sagt Major und meint damit die abschreckende
Wirkung, die ihr möglicher Einsatz entfaltet. Es gelte, potenziellen
Angreifern zu vermitteln, dass die Kosten eines Angriffs viel höher
wären als der Nutzen. Auf dieser Annahme beruhe die riskante Ordnung in
einer Welt mit Atomwaffen. 

Doch diese Ordnung wackelt: Laut Major funktioniert die atomare
Abschreckung durch US-amerikanische Atombomben gegenüber Russland zwar
noch. Aber die Verlässlichkeit der USA unter Präsident Donald Trump
stehe infrage, und Europa müsse mittelfristig eine eigene
Abwehrstrategie entwickeln. 

Für eine atomare Neuausrichtung in Europa sieht Major drei Szenarien:
eine gemeinsame europäische Bombe, nationale Alleingänge einzelner
Staaten oder ein Modell, das auf Frankreichs und Großbritanniens
vorhandenen Atomarsenalen aufbaut. Die Sicherheitsexpertin hält nur
Letzteres für realistisch, wenn auch nicht für perfekt. Denn weder
Frankreich noch Großbritannien verstehen ihre Atomwaffen als
Schutzschild für ganz Europa. Es müsse eine neue europäische
Nuklearstrategie entwickelt werden.

Eines bleibe in jedem Fall klar: "Jegliche Veränderung der nuklearen
Ordnung, egal wie wir daran herumdoktern, bedeutet für alle Betroffenen,
für die Europäer, aber auch für die anderen, für Russland, für China:
Instabilität." Auch dürften die Europäer die Amerikaner bei einer
Neuausrichtung ihrer Sicherheitsstrategie nicht vor den Kopf stoßen,
sagt Major.

Für sie ist die Frage nach der Atombombe ohnehin nicht die
entscheidende. Viel grundlegender fragt sie: Wie können Deutschland und
Europa sich wirksam schützen? Im Podcast spricht sie über glaubwürdige
Abschreckung durch weitreichende Waffen, Flug- und Raketenabwehr,
ausreichende Truppenstärke und Verteidigung gegen hybride Kriegsführung
wie Cyberattacken, Propaganda und Sabotage. 

Majors Antwort auf unsere eine Frage in dieser Folge: "Deutschland
braucht nukleare Abschreckung, aber keine eigenen Atombomben."

Produktion: Pool Artists
Redaktion: Jens Lubbadeh
 

Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik,
Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an n1f@zeit.de.

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]]></description>
      <pubDate>Wed, 29 Oct 2025 04:50:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (Claudia Major, Jochen Wegner)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/claudia-major-I0XYHxQ7</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht, eine klare Antwort zu bekommen.</p><p>In dieser Folge fragt er die Sicherheitsexpertin Claudia Major, ob Deutschland eigene Atomwaffen anschaffen sollte. Major ist eine der profiliertesten deutschen Sicherheitsexpertinnen. Sie ist Vizepräsidentin für transatlantische Sicherheitsinitiativen beim German Marshall Fund und berät die Bundesregierung in Sicherheitsfragen. Ihr Spezialgebiet sind die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die transatlantischen Beziehungen, die nukleare Ordnung und wie man die EU und die Ukraine langfristig sichern kann.</p><p>Major erklärt, warum sie eine deutsche Atombombe nicht nur für unnötig, sondern sogar für einen schweren Fehler hält: Ein atomarer Alleingang Deutschlands würde die Welt unsicherer machen, weil es andere Länder ermutigte, ebenfalls nuklear aufzurüsten. Major plädiert dafür, dass Deutschland und andere europäische Staaten erst einmal konventionell stark aufrüsten müssen. Der Aufbau eines eigenen europäischen Nukleararsenals wäre dann ein weiterer möglicher Schritt, den man gehen könne. </p><p>"Atomwaffen sind eigentlich keine Kriegsführungs-, sondern zutiefst politische Waffen", sagt Major und meint damit die abschreckende Wirkung, die ihr möglicher Einsatz entfaltet. Es gelte, potenziellen Angreifern zu vermitteln, dass die Kosten eines Angriffs viel höher wären als der Nutzen. Auf dieser Annahme beruhe die riskante Ordnung in einer Welt mit Atomwaffen. </p><p>Doch diese Ordnung wackelt: Laut Major funktioniert die atomare Abschreckung durch US-amerikanische Atombomben gegenüber Russland zwar noch. Aber die Verlässlichkeit der USA unter Präsident Donald Trump stehe infrage, und Europa müsse mittelfristig eine eigene Abwehrstrategie entwickeln. </p><p>Für eine atomare Neuausrichtung in Europa sieht Major drei Szenarien: eine gemeinsame europäische Bombe, nationale Alleingänge einzelner Staaten oder ein Modell, das auf Frankreichs und Großbritanniens vorhandenen Atomarsenalen aufbaut. Die Sicherheitsexpertin hält nur Letzteres für realistisch, wenn auch nicht für perfekt. Denn weder Frankreich noch Großbritannien verstehen ihre Atomwaffen als Schutzschild für ganz Europa. Es müsse eine neue europäische Nuklearstrategie entwickelt werden.</p><p>Eines bleibe in jedem Fall klar: "Jegliche Veränderung der nuklearen Ordnung, egal wie wir daran herumdoktern, bedeutet für alle Betroffenen, für die Europäer, aber auch für die anderen, für Russland, für China: Instabilität." Auch dürften die Europäer die Amerikaner bei einer Neuausrichtung ihrer Sicherheitsstrategie nicht vor den Kopf stoßen, sagt Major.</p><p>Für sie ist die Frage nach der Atombombe ohnehin nicht die entscheidende. Viel grundlegender fragt sie: Wie können Deutschland und Europa sich wirksam schützen? Im Podcast spricht sie über glaubwürdige Abschreckung durch weitreichende Waffen, Flug- und Raketenabwehr, ausreichende Truppenstärke und Verteidigung gegen hybride Kriegsführung wie Cyberattacken, Propaganda und Sabotage. </p><p>Majors Antwort auf unsere eine Frage in dieser Folge: "Deutschland braucht nukleare Abschreckung, aber keine eigenen Atombomben."</p><p>Produktion: Pool Artists<br />Redaktion: Jens Lubbadeh<br /> </p><p>Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie <a href="https://www.zeit.de/serie/nur-eine-frage-podcast" target="_blank">hier</a>. Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an <a href="http://n1f@zeit.de" target="_blank">n1f@zeit.de</a>.</p>
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      <itunes:summary>Russland führt Krieg an Europas Grenzen, die USA unter Donald Trump sind kein verlässlicher Partner mehr. Muss Deutschland atomar aufrüsten? Was die führende Sicherheitsexpertin Claudia Major sagt. </itunes:summary>
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      <title>Werden wir unsterblich, Nir Barzilai?</title>
      <description><![CDATA[Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen
Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben,
auf die eine klare Antwort aber schwer zu finden ist. Er befragt die
bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das
jeweilige Thema finden können – so lange, bis er die Antwort verstanden
hat.

In dieser Folge geht es um ein sehr langes, eines Tages vielleicht sogar
ewiges Leben. Wird dies für Menschen jemals möglich sein? Der
Alternsforscher Nir Barzilai will nicht kategorisch ausschließen, dass
ewiges Leben eines Tages technisch möglich werden könnte. Aber aktuell,
sagt er, liege Unsterblichkeit außerhalb der wissenschaftlichen
Reichweite. Anders verhält es sich mit der Verlängerung der bisherigen
Lebensspanne. Barzilai möchte, dass Menschen länger leben. Vor allem
geht es ihm darum, dass sie länger gesünder leben – ohne die typischen
Altersleiden. 

Nir Barzilai ist ein israelisch-amerikanischer Genetiker und einer der
weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Alternsforschung.
Er ist Professor für Medizin und Genetik am Albert Einstein College of
Medicine in New York und Direktor des dortigen Institute for Aging
Research. Einer seiner Schwerpunkte ist die Erforschung von sogenannten
Superalten, also Menschen, die älter als 100 Jahre geworden sind.
Barzilai hat das Erbgut vieler Hundert Familien mit Superalten
untersucht, mit dem Ziel, genetische Faktoren der Langlebigkeit zu
identifizieren.

Im Gespräch geht es um die "Hallmarks of aging", die biologischen
Merkmale des Alterungsprozesses, um Intervallfasten, genetische
Untersuchungen an Hundertjährigen und mögliche bereits existierende
Medikamente, die die Lebensspanne und die Gesundheit im Alter befördern.
Barzilai erklärt, warum bestimmte Anti-Aging-Bemühungen das Krebsrisiko
steigern können und welche Faktoren jeder schon jetzt beeinflussen kann.

Ewiges Leben ist für Barzilai wenig erstrebenswert: Lebensentwürfe,
Familien- und Karriereplanung, Altersvorsorge – für einen extrem
langlebigen Menschen würde all das schon sehr kompliziert. Wie würde ein
Unsterblicher damit umgehen? Und vor allem, so gibt Barzilai zu
bedenken: Wie würde er seine Psyche gesund halten angesichts so vieler
möglicher Schicksalsschläge und Traumata, die ein unendlich langes Leben
mit sich brächte? Eine Erkenntnis seiner Untersuchungen an den
Superalten: Sie sind – anders als "Normalsterbliche" – auch noch im
hohen Alter auffallend lange gesund.

Von den Unsterblichkeitsbestrebungen einiger Milliardäre wie Bryan
Johnson ist Barzilai nur bedingt begeistert: Einerseits verschafften sie
dem Thema und der Alternsforschung Sichtbarkeit und würden die Forschung
voranbringen. Andererseits könnten misslungene medikamentöse
Selbstversuche die Alternsforschung in Misskredit bringen. 

Barzilai betont, dass die Erkenntnisse der Alternsforschung nicht nur
den Reichen zugutekommen, sondern vor allem Menschen, die stärker von
alterungsbedingten Krankheiten betroffen sind, wie beispielsweise
Krebspatienten, HIV-Infizierten, Menschen mit Downsyndrom oder
ökonomisch Benachteiligten.

Die biologischen Mechanismen, die Superalte so lange gesund und am Leben
halten, versucht Barzilai durch Medikamente nachzuahmen. Dabei hat er
bereits einige Mittel als vielversprechende Kandidaten identifiziert:
Die neuen Präparate zur Gewichtsreduzierung – Ozempic oder Wegovy –
ermöglichen Übergewichtigen ein gesünderes Leben. Vieles deutet darauf
hin, dass sie möglicherweise auch die Lebensspanne verlängern. Ein
weiteres sogenanntes Gerotherapeutikum könnte Metformin sein, ein
altbekanntes Diabetesmedikament, das aber auch das Immunsystem stärken
sowie Entzündungen und kognitiven Abbau hemmen kann. Seit Langem plant
Barzilai eine große klinische Studie, in der er untersuchen möchte, ob
Metformin den Alterungsprozess verlangsamen und altersbedingte
Krankheiten hinauszögern kann. Diese Studie könnte den Weg für eine neue
Generation von Anti-Aging-Therapien ebnen.

Können wir unsterblich werden? Hören Sie Nir Barzilais Antwort auf
unsere Frage in dieser Folge.

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]]></description>
      <pubDate>Wed, 22 Oct 2025 04:00:00 +0000</pubDate>
      <author>podcast@zeit.de (Nir Barzilai, Jochen Wegner)</author>
      <link>https://nur-eine-frage.simplecast.com/episodes/next-iEWl9eVr</link>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Im neuen Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort aber schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – so lange, bis er die Antwort verstanden hat.</p><p>In dieser Folge geht es um ein sehr langes, eines Tages vielleicht sogar ewiges Leben. Wird dies für Menschen jemals möglich sein? Der Alternsforscher Nir Barzilai will nicht kategorisch ausschließen, dass ewiges Leben eines Tages technisch möglich werden könnte. Aber aktuell, sagt er, liege Unsterblichkeit außerhalb der wissenschaftlichen Reichweite. Anders verhält es sich mit der Verlängerung der bisherigen Lebensspanne. Barzilai möchte, dass Menschen länger leben. Vor allem geht es ihm darum, dass sie länger gesünder leben – ohne die typischen Altersleiden. </p><p>Nir Barzilai ist ein israelisch-amerikanischer Genetiker und einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Alternsforschung. Er ist Professor für Medizin und Genetik am Albert Einstein College of Medicine in New York und Direktor des dortigen Institute for Aging Research. Einer seiner Schwerpunkte ist die Erforschung von sogenannten Superalten, also Menschen, die älter als 100 Jahre geworden sind. Barzilai hat das Erbgut vieler Hundert Familien mit Superalten untersucht, mit dem Ziel, genetische Faktoren der Langlebigkeit zu identifizieren.</p><p>Im Gespräch geht es um die "Hallmarks of aging", die biologischen Merkmale des Alterungsprozesses, um Intervallfasten, genetische Untersuchungen an Hundertjährigen und mögliche bereits existierende Medikamente, die die Lebensspanne und die Gesundheit im Alter befördern. Barzilai erklärt, warum bestimmte Anti-Aging-Bemühungen das Krebsrisiko steigern können und welche Faktoren jeder schon jetzt beeinflussen kann.</p><p>Ewiges Leben ist für Barzilai wenig erstrebenswert: Lebensentwürfe, Familien- und Karriereplanung, Altersvorsorge – für einen extrem langlebigen Menschen würde all das schon sehr kompliziert. Wie würde ein Unsterblicher damit umgehen? Und vor allem, so gibt Barzilai zu bedenken: Wie würde er seine Psyche gesund halten angesichts so vieler möglicher Schicksalsschläge und Traumata, die ein unendlich langes Leben mit sich brächte? Eine Erkenntnis seiner Untersuchungen an den Superalten: Sie sind – anders als "Normalsterbliche" – auch noch im hohen Alter auffallend lange gesund.</p><p>Von den Unsterblichkeitsbestrebungen einiger Milliardäre wie Bryan Johnson ist Barzilai nur bedingt begeistert: Einerseits verschafften sie dem Thema und der Alternsforschung Sichtbarkeit und würden die Forschung voranbringen. Andererseits könnten misslungene medikamentöse Selbstversuche die Alternsforschung in Misskredit bringen. </p><p>Barzilai betont, dass die Erkenntnisse der Alternsforschung nicht nur den Reichen zugutekommen, sondern vor allem Menschen, die stärker von alterungsbedingten Krankheiten betroffen sind, wie beispielsweise Krebspatienten, HIV-Infizierten, Menschen mit Downsyndrom oder ökonomisch Benachteiligten.</p><p>Die biologischen Mechanismen, die Superalte so lange gesund und am Leben halten, versucht Barzilai durch Medikamente nachzuahmen. Dabei hat er bereits einige Mittel als vielversprechende Kandidaten identifiziert: Die neuen Präparate zur Gewichtsreduzierung – Ozempic oder Wegovy – ermöglichen Übergewichtigen ein gesünderes Leben. Vieles deutet darauf hin, dass sie möglicherweise auch die Lebensspanne verlängern. Ein weiteres sogenanntes Gerotherapeutikum könnte Metformin sein, ein altbekanntes Diabetesmedikament, das aber auch das Immunsystem stärken sowie Entzündungen und kognitiven Abbau hemmen kann. Seit Langem plant Barzilai eine große klinische Studie, in der er untersuchen möchte, ob Metformin den Alterungsprozess verlangsamen und altersbedingte Krankheiten hinauszögern kann. Diese Studie könnte den Weg für eine neue Generation von Anti-Aging-Therapien ebnen.</p><p>Können wir unsterblich werden? Hören Sie Nir Barzilais Antwort auf unsere Frage in dieser Folge.</p>
<p><p>Mehr hören? Dann testen Sie unser <strong>Podcast-Abo</strong> mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. <a href="https://premium.zeit.de/bestellung/4000032#start" target="_blank">Jetzt 4 Wochen kostenlos testen</a>. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt <strong>4 Wochen kostenlos DIE ZEIT</strong>. <a href="https://abo.zeit.de/podcast/?icode=01w0151k1100angaudall2312&amp;utm_medium=audio&amp;utm_source=podcast&amp;utm_campaign=podcast_shownotes&amp;utm_content=01w0151k1100angaudall2312&amp;wt_zmc=audall.Int.zabo.podcast.podcast_shownotes.x" target="_blank">Hier geht's zum Angebot</a>.&nbsp;</p></p>]]></content:encoded>
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      <itunes:summary>Nir Barzilai erforscht, wie Menschen möglichst lang gesund leben können. Ewiges Leben ist für ihn nicht erstrebenswert. Aber 115 Jahre alt sollen wir bald alle werden können.</itunes:summary>
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